Lüneburg. „Gemeinsam kommen wir da durch!“ – Cornelius Schnabel ist zuversichtlich, dass das angeschlagene Kaufhaus Lüneburg die Coronakrise überstehen wird. Doch dass die Lage sehr ernst ist, weiß auch der Schuhhändler aus der Bardowicker Straße. „Es muss daher dringend etwas passieren, viel Zeit haben wir nicht mehr“, sagte Schnabel, der auch im Vorstand des Lüneburger City-Managements (LCM) sitzt, in einem Pressegespräch, „daher fordern wir schnelle Aktionen von Stadt und dem Landkreis.“ Schnabel und LCM-Vorstand Heiko Meyer fürchten ob der wieder steigenden Corona-Zahlen einen erneuten Lockdown vor Ostern.

Während in der Region eine erfolgreiche, aber auch vorsichtige Corona-Strategie gefahren wird, wagen andere mehr: Rostock oder Tübingen nennen sie als Beispiele. Mit konsequenten Schnelltests und vor allem mit der Kontaktverfolgungs-App Luca werde den Bürgern dort viel mehr möglich gemacht. „Da müssen wir auch schnell aktiv werden“, fordern die LCM-Vertreter, „mit der Luca-App wäre schon ab Ostern für alle Bereiche – ob Handel, Kultur, Gastronomie oder auch Verwaltung – deutlich mehr möglich.“

Die Handy-App wurde u. a. durch das Engagement der Band Die Fantastischen Vier bekannt. Ein von den Musikern unterstütztes Startup aus Berlin entwickelte das Programm, mit dem sich Kunden in Geschäfte, Musikfans bei Konzerten oder Besucher beim Bürgeramt einloggen können. Eine Kontaktverfolgung läuft Datenschutz-konform im Hintergrund – und bei Corona-Verdacht wird das jeweilige Gesundheitsamt informiert. Die App ist gratis für den User – erst im Ernstfall entstehen Kosten für die Behörden. „Es gibt auch Alternativen, aber hiermit ginge es am einfachsten und schnellsten“, sagt Meyer. Anders als beim missglückten Versuch der Weihnachtsstadt, als erst geöffnet und dann schnell wieder geschlossen wurde, liege hier eine Expertise hinter den Ideen.

Im Namen ihrer Mitglieder loben der LCM-Chef und sein Vorstandskollege die Initiative von Oberbürgermeister Ulrich Mädge, der Lüneburg als Modellstadt öffnen lassen möchte. Auch die neue Schnelltest-Strecke von DRK und ASB auf den Sülzwiesen  sei ein Schritt in die richtige Richtung. „Die Leute brauchen Lösungen und Chancen“, hat Meyer festgestellt und auch Schnabel findet: „Wir haben lange genug durchgehalten. Aber irgendwann wollen wir ja alle wieder raus.“ Mit der Kombination aus Schnelltest und App würde den Lüneburgern in Stadt und Landkreis ein großes Stück Lebensqualität zurückgegeben. „Ein Restrisiko besteht natürlich immer, aber es muss etwas passieren – und zwar schnell“, fordern die LCM-Vertreter.

Den ganzen Artikel sowie mehr zu der Schnelltest-Strecke lesen Sie in der aktuellen Lünepost vom Wochenende, 20./21. März.