„Kilo-Kämpfer“ unter Strom

Zweite Trainingsrunde: Die Diplom-Sportwissenschaftler Carolin Bernatzke (grüne Shirts, v. l.) und Mirja Hansen sowie Physio-Therapeut Axel Retzke (r.) sind EMS-Trainer bei ProPhysio. Sie haben die Lünepost-Abspecker beim EMS-Training begleitet und unter Strom gesetzt. Foto: jeb

Lüneburg. „Ich fühle mich super, aber ganz schön eingeschnürt“, sagt Thomas Dürigen und hat (noch) gut lachen. Er und seine Abspecker-Kollegin Rebecca Leip stecken in einem hautengen Anzug, darüber eine fest geschnürte Weste, an der Elek-troden und Kabel hängen.

Rebecca und Thomas testen als Erste aus dem Abspecker-Trupp das EMS-Training bei ProPhysio in Lüneburg.

EMS steht für elektrische Muskelstimulation. Statt die Muskeln mit Gewichten unter Spannung zu bringen, werden sie durch elektrische Impulse zum Kontrahieren gebracht. Die Aufregung in der Gruppe ist zu spüren, denn niemand weiß genau, was jetzt passiert.

„Kann ich von Strom Muskelkater bekommen?“, fragen sich die Kandidaten. „Sogar enorm“, antwortet EMS-Trainerin Mirja Hansen und bereitet gelassen das Gerät, mit dem die Abspecker verkabelt sind, auf die Trainingseinheit vor.

Damit regelt Trainerin Hansen die Impulsfrequenz, Kontraktions- und Pausendauer (meist je vier Sekunden) sowie die Impulsstärke. Dabei können alle großen Muskelgruppen des Körpers angesteuert werden, sodass der ganze Körper trainiert wird.

„Anzug und Weste sind dabei feucht, damit der Strom besser leitet“, verrät die Diplom-Sportwissenschaftlerin.

„Es kribbelt, als ob meine Beine einschlafen“, sagt Rebecca. Die Pro-Physio-Expertin reagiert, stellt den Impuls ein. Die Werte sind individuell und von der persönlichen Tagesform abhängig. Vor jedem EMS-Training wird daher ein neuer Strom-Check gemacht.

Während Rebecca und Thomas unter Strom stehen, führen sie auf Anweisung einer Avatar-Figur auf dem Monitor Übungen wie Sit-Ups und Kniebeugen durch. Mirja Hansen kontrolliert und korrigiert jede Übung. 15 bis 20 Minuten dauert das Ganzkörpertraining mit Stromimpulsen.

„Im Fitness-Studio bräuchten Sie dafür über zwei Stunden“, weiß Physio-Therapeut Axel Retzke von ProPhysio. Abspecker Thomas bekommt vor seinem Training noch eine Banane spendiert. Denn Essen und Trinken vorm EMS-Training ist enorm wichtig.

Überhaupt sollte der Trainierende gesund sein: Menschen mit Herzschrittmachern oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Schwangere können nicht mit Strom trainieren
„Ich hätte nicht gedacht, dass ich so schwitze“, gesteht Rebecca nach dem EMS-Training. Ihr stehen die Schweißperlen auf der Stirn. Und auch Thomas ist begeistert: „Ich fühle mich besser als befürchtet …“

Nächste Woche testen die LÜNEPOST-Abspecker das Bauchgurt-Training im Vital-Zentrum Adendorf.

Die Rezepte der Wochen 1 und 2 zum Ausdrucken.

Mehr zur Abspeck-Aktion.