Lüneburg. Wo hört Kritik auf und wo fängt Hetze an? Was darf ich fotografieren und in sozialen Netzen zeigen und was ist geschäftsschädigend? Was fällt unter Meinungsfreiheit und was unter das Persönlichkeitsrecht?

Um diese Fragen dreht sich aktuell ein Prozess vor dem Lüneburger Amtsgericht. Geklagt hatte ein Unternehmer, der mit seinen Pferden Touristen durch die Lüneburger Innenstadt kutschiert.

Sein Gespann war an einem der heißesten Tage des vorigen Jahres in der Stadt fotografiert worden. Die Betreiberin eines beliebten Lüneburg-Portals bei Face­book hatte das Bild  in größtenteils verpixelter Form veröffentlicht und (Foto) den Sinn der Fahrten bei heißen Temperaturen infrage gestellt.

Prompt entbrannte eine heiße Diskussion unter den Usern – wie so oft in den sozialen Medien ging es schnell hoch her und ein Wort gab das andere.

Am Ende fühlte sich der Unternehmer durch den Facebook-Post an den Pranger gestellt. Er klagte und erreichte ein sogenanntes Versäumnisurteil. Dagegen wiederum wehrte sich die Frau. Ihr Beitrag sei keine „Schmähkritik“, wie sie z. B. die Grünen-Bundespolitikerin Renate Künast und der Lüneburger Oberbürgermeister Ulrich Mädge zuletzt ertragen mussten.

Der Bericht aus dem Amtsgericht samt Urteil ist in der LÜNEPOST von Mittwoch, 5. April, zu lesen.