Lüneburg. Auf Brot und Butter, Bücher und Zeitungen werden seit Mittwoch nur noch fünf statt sieben Prozent Mehrwertsteuer berechnet, auf die meisten anderen Güter statt bisher 19 jetzt 16 Prozent. Das Ziel dieser Maßnahme ist, die Kauflaune der Deutschen nach der Coronakrise wieder anzuheben.

Klar ist, vieles wird günstiger werden. Klar ist aber auch, dass der „Steuerrutsch“ im Niedrigpreis-Bereich kaum ins Gewicht fällt. Daher gibt‘s auch Kritiker der Senkung, die den Aufwand für zu hoch halten.

„Die Mehrwertsteuersenkung ist grundsätzlich richtig, um damit kurzfristig den Konsum und die Binnenkonjunktur wieder anzukurbeln“, sagt Frank Ahlborn, Leiter Wirtschaftspolitik der Handwerkskammer Lüneburg, „davon können nahezu alle Branchen profitieren und nicht nur bestimmte Wirtschaftszweige.“ Er gibt aber auch zu: „Bei uns haben sich Betriebe gemeldet, die die Kurzfristigkeit und den Aufwand für ein halbes Jahr kritisiert haben.“ Und: „Es gibt auch Berichte, dass Kunden ihren Auftrag nochmal um 14 Tage geschoben haben, um den Vorteil des niedrigeren Steuersatzes ab dem 1. Juli mitzunehmen.“

Die Steuersenkung ist befristet bis Ende des Jahres. „Ob die niedrigeren Mehrwertsteuersätze dann tatsächlich bereits zum Jahreswechsel wieder zurückgenommen werden, werden wir sehen“, sagt Ahlborn, „für unsere Betriebe ist aber wichtig, dass sie rechtzeitig Gewissheit haben und planen können.“ Was beim Kauf von Fleisch oder Schuhen jetzt gespart werden kann und wie Unternehmer aus der Region mit der Umstellung umgehen steht in der aktuellen Lünepost vom 1. Juli.