Lehrer wissen nichts von einer IGS

Braucht bald ein neues Schild: Die Christianischule ist heute Oberschule und ab Sommer 2019 IGS. Foto: t&w

Lüneburg. Jedes Jahr im Herbst stellen sich in Lüneburg die weiterführenden Schulen den Eltern von Viertklässlern vor, die im Sommer von der Grundschule aufs Gymnasium, die Oberschule oder auf eine IGS wechseln.

Vor Kurzem luden die weiterführenden Schulen rund um den Kreideberg zu einem Infoabend ein. Auch die Christianischule war an diesem Abend als Oberschule vertreten. Deren didaktische Leiterin Dr. Anika Tolk erläuterte dabei das durchdachte Konzept der Schule.

Da aber von der Stadt geplant ist, die Oberschule in eine Integrative Gesamtschule (IGS) umzuwandeln, kam am Ende ihres Vortrags die Frage aus dem Publikum, die wohl viele am meisten interessierte: „Wird die Oberschule denn jetzt wirklich eine IGS?“, fragte eine Mutter.

Doch weder die Lehrerin der Christianischule noch ihre Kollegen von der IGS Kaltenmoor und vom Gymnasium Herderschule konnten die Frage beantworten:

„Wir wissen es nicht“, lautete der Tenor. Ähnliche Antworten gab es in dieser Woche auch bei einem weiteren Infoabend in Lüne-Moorfeld. „Auch hier fühlten sich Eltern schlecht bis gar nicht informiert“, so ein Elternpaar.

Stadt-Pressesprecherin Ann-Kristin Jenckel bringt Licht ins Dunkel: „Nachdem wir die Elternbefragung durchgeführt haben und uns jetzt ein klares Votum der Eltern für die IGS vorliegt, haben wir diese Ergebnisse an die Landesschulbehörde weitergegeben.“

Damit würden dort jetzt alle erforderlichen Unterlagen für den Antrag für die IGS vorliegen.

Auch ein Gespräch zwischen Bildungsdezernentin Pia Steinrücke und der Behörde habe es schon gegeben. Die Bildungsdezernentin sagt: „Wir gehen davon aus, dass unser Antrag genehmigt wird, da wir alle Anforderungen erfüllen.“ Im Rathaus rechnet man damit, dass die Genehmigung noch in diesem Jahr erteilt wird.

Ist dieses der Fall, werde die Schulbehörde eine Planungsgruppe einberufen, die das pädagogische Konzept für die neue IGS erarbeiten wird. Dies dauere nach Auffassung der Stadt nur vier bis sechs Monate.

„Die IGS wird zum Sommer 2019 mit dem ersten Zug starten können“, ist Pia Steinrücke sicher, „durch eine zweite IGS in Lüneburg werden wir dem Bedarf und ausdrücklichen Wunsch der Eltern gerecht.“

Und wenn die Genehmigung in Kürze vorliegt, dann werden auch die Betroffenen mehr erfahren: „Dann werden alle Eltern der Christiani-schule sowie alle interessierten Eltern zu einer Informationsveranstaltung eingeladen“, verspricht Stadt-Sprecherin Jenckel.