LSK: Riesen-Eklat um Kapitän

Binde weg: Stefan Wolk, hier im DFB-Pokal gegen Sebastian Frei von FSV Mainz 05, wurde vom LSK-Trainer als Kapitän abgesetzt. Foto: be

Lüneburg. Weihnachten steht vor der Tür, doch beim Fußball-Regionalligisten Lüneburger SK brennt bereits in diesen Tagen der Baum! Die ernüchternde Serie erfolgloser und torloser Spiele – 0:3 gegen HSV II, 0:4 bei Eutin 08, 0:1 beim VfB Lübeck – hat nun ein Nachspiel. Allerdings nur für einige Spieler.

Denn wie die LÜNEPOST aus dem inneren Zirkel des LSK (die Informanten möchten auf keinen Fall namentlich genannt werden) erfuhr, hat Trainer Achim Otte nach der Niederlage in Lübeck Thure Ilgner und Ersatzkapitän Lukas Pägelow kurzfristig suspendiert und Kapitän Stefan Wolk sogar bis auf Widerruf rausgeworfen.

Das Spannendste daran sind die Hintergründe.

Zunächst wurde das Gerücht gestreut, Polizist Wolk wäre bei Otte in Ungnade gefallen, weil er nach seiner Verletzungspause zu früh wieder für die Polizeiauswahl am Ball war. Aber: Danach hievte Otte seinen Kapitän Wolk überraschend früh am 22. Oktober wieder in die Startelf in der Auswärtspartie beim FC St. Pauli II. Beim 1:1 traf Wolk sogar ins Schwarze.

Zum roten Tuch wurde das LSK-Eigengewächs für Otte wohl eher, weil Wolk beim Spiel in Lübeck die Spielart infrage gestellt und während der Partie eigenmächtig die Mannschaft umgestellt haben soll.

Auch die beiden anderen Suspendierten, Pägelow und Ilgner, sollen an dieser „Meuterei“ gegen den Trainer beteiligt gewesen sein.

Stimmt das? Wolk, seit Jahren für seine Integrität und Loyalität bekannt, war auf LP-Nachfrage zu keinem Statement bereit.

Überraschend hat Otte nun Tomek Pauer zum neuen Kapitän gemacht. Pauer stand zuletzt am 15. Oktober bei der mutlosen 0:3-Heimniederlage gegen die U21 des HSV in der Startelf. Als einer der ganz wenigen LSK-Kicker erreichte er damals Normalform. Er flog trotzdem aus der Startelf – wohl nicht wegen Verletzung, wie kolportiert wurde.

Beim FC St. Pauli und auch in Lübeck wechselte Otte dann Pauer jeweils erst in der 56. Spielminute ein. Und im Gespräch mit der Lünepost Ende Oktober erwähnte Pauer eine Verletzung auch mit keiner Silbe …

Die Irritationen im LSK-Lager häufen sich. So soll sich Vorstand Thomas Lohmann längst inoffiziell verabschiedet haben, während sich der umstrittene Ex-Manager Gerald Kayser seit Saisonbeginn wieder positioniert hat – und zwar als Kaderplaner für Otte. Eine offizielle Legitimation fehlt allerdings, bleibt vielleicht sogar aus.

Ausgerechnet in diesen trüben Tagen muss der LSK dringend punkten: am heutigen Mittwoch (19.30 Uhr) bei der von Profis verstärkten Zweitvertretung von Hannover 96 und Sonntag beim Tabellenletzten Altona 93. Setzt die LSK-Elf den ganzen Stress in positive Energie um?

Was der neue Kapitän Pauer sagt, steht in der LP vom 22. November 2017.