Lüneburger Eisenwerk stellt Insolvenzantrag

Erst Streik, jetzt Insolvenz: 2016 streikten die Mitarbeiter des Lüneburger Eisenwerks noch, jetzt wurde Insolvenz angemeldet. Foto: ca

Lüneburg/Bremen. Die Lüneburger Eisenwerk GmbH, die im Industriegebiet Hafen in der Gebrüder-Heyn-Straße 1 produziert, hat beim zuständigen Amtsgericht Bremen einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt.

Das Unternehmen, das zur Bremer Wibbeling-Gruppe gehört, beschäftigt aktuell 137 festangestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Lüneburger Eisenwerk ist spezialisiert auf hochwertige Gussprodukte für den Maschinen-, Motoren- und Werkzeugbau sowie für Pumpen und Kompressoren. Monatlich werden in der Gießerei rund 900 Tonnen Material verarbeitet. Der Jahresumsatz lag zuletzt bei rund 20 Mio. Euro. Die anderen Gesellschaften der Wibbeling-Gruppe sind von der Insolvenz nicht betroffen.

Hintergrund der finanziellen Schieflage im Lüneburger Eisenwerk sind gestiegene Kosten, u. a. für Rohstoffe und Energie, die sich nicht durch entsprechende Preisanpassungen am Markt auffangen lassen konnten.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter hat das Amtsgericht Bremen Dr. Malte Köster aus der Kanzlei Willmerköster bestellt, die Standorte in Verden, Bremen, Vechta, Braunschweig und Hannover hat.

Köster und sein Team haben bereits die Arbeit im Unternehmen aufgenommen und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Unternehmens über den aktuellen Stand der Dinge sowie die nächsten Schritte im Insolvenzverfahren informiert.

In einer ersten Stellungnahme teilte Köster jetzt mit, dass der Geschäftsbetrieb zunächst weiterlaufen könne. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
seien bis Ende Dezember 2017 über das Insolvenzgeld abgesichert.

Der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Malte Köster sagte gestern: „Nach einer ersten Bestandsaufnahme ist festzuhalten, dass der Geschäftsbetrieb bis auf weiteres aufrechterhalten werden kann. In den kommenden Tagen und Wochen werden wir das Gespräch mit allen Beteiligten suchen und sorgsam prüfen, welche Zukunftsperspektiven bestehen. Die hohe Fertigungsflexibilität des Lüneburger Eisenwerkes bietet Chancen für die Zukunft. Klar ist aber auch, dass Verluste endlich sein müssen.“

Das Lüneburger Eisenwerk ist eines der ältesten Unternehmen in der Hansestadt und schon seit 1842 hier tätig. Für die 137 Mitarbeiter beginnt eine Zeit der Ungewissheit.