Mess-Aktion: Wie sauber ist unsere Luft?

Umwelt-Aktion: An der Ecke Schießgrabenstraße/Lünertorstraße hatte An­dreas Meihsies im Auftrag der Deutschen Umwelthilfe zwei Mess-Röhrchen installiert. Donnerstag nahm er sie wieder ab und schickte sie ins Labor. Foto: sst

Lüneburg. Wie (un)gesund ist das Atmen an der vielbefahrenen Lüneburger Scholze-Kreuzung? Das wollte der ehemalige Bürgermeister Andreas Meihsies wissen. Deshalb hat er sich bei der bundesweiten Aktion „Decke auf, wo Atmen krank macht“ der Deutschen Umwelthilfe beworben.

Meihsies wurde als „Mess-Mann“ für seine Heimatstadt Lüneburg angenommen und hat am 1. Februar zwei grüne Röhrchen an einer Laterne an der Scholze-Kreuzung befestigt.

Vier Wochen hingen sie dort und haben die Luft-Belastung mit dem Dieselabgasgift Stickstoffdioxid (NO2) gemessen. Am vorigen Donnerstag hat Meihsies die Röhrchen wieder abgenommen.

„Sie werden jetzt ins Labor geschickt. Mitte März sollen die Ergebnisse vorliegen“, sagt Meihsies. Der 58-Jährige war 2016 nach 33 Jahren bei den Grünen aus der Partei ausgetreten, doch der Umweltschutz bleibt sein Thema. „Bisher gab es in Lüneburg nur einen Messpunkt weit draußen im Industriegebiet Hafen. Doch hier an der Scholze-Kreuzung, wo täglich bis zu 40.000 Autos vorbeifahren, ist die Belastung viel höher“, vermutet Meihsies, „jedenfalls waren die grünen Röhrchen innen ganz schön schwarz.“

Aus dem Labor erwartet er nun handfeste Daten. Damit will er der Politik Argumente für mehr Radwege, mehr Busse, mehr Car-Sharing liefern.

„Und die Stadt sollte ein eigenes Luftmess-Programm an Lüneburger Straßen installieren“, erhofft sich Meihsies.

Die Mess-Aktion lief nicht nur in Lüneburg. Bürger aus 1600 deutschen Städten und Gemeinden hatten sich beworben, 500 wurden ausgewählt.

Hintergrund: Bisher gibt es bundesweit nur 247 Messpunkte. In Niedersachsen wird lediglich in sieben Städten gemessen, dabei sollen laut Deutscher Umwelthilfe „40 Städte und Kommunen Probleme mit dem Lungengift Stickstoffdioxid haben“. Dieses Messnetz möchte die Umwelthilfe mit den neuen Daten ausweiten, denn: „Jeder Mensch hat ein Recht auf saubere Luft!“