Lüneburg. Wegen schweren sexuellen Missbrauchs von mindestens fünf Jungen aus Lüneburg sitzt der 26-jährige Tobias L. (Foto) seit Mittwoch in Untersuchungshaft. Der Lehramtsstudent soll sich als engagierter Ehrenamtlicher bei der DLRG das Vertrauen der Kinder erschlichen und sie später missbraucht haben. Parallel soll der 26-jährige Student seit Jahren Nacktfotos und -videos über Whatsapp verschickt und getauscht haben.

Ein solches Nacktbild ließ ihn im April auffliegen. Damals fand die Schwester eines betroffenen Jungen zufällig ein Nacktfoto des DLRG-Mannes auf dem Smartphone ihres Bruders und informierte die Eltern.

Bizarr ist, dass sich Tobias L. ausgerechnet in den Tagen, als der Skandal ans Licht kam, für ein ausgiebiges Interview mit der Lünepost zur Verfügung stellte. Zusammen
u. a. mit dem Vorstandsvorsitzenden erzählte er im Rahmen der LP-Serie „Ehrenamt hat viele Gesichter“ stolz von seinem Engagement bei der DLRG. „Dass es da schon erste Gerüchte gab, war ihm überhaupt nicht anzumerken“, erinnert sich Redakteurin Katja Romstädt.

Weil der Beschuldigte parallel zu seinen vielen Ämtern bei der DLRG auch noch die U12-Fußballmannschaft des MTV Treubund und Kinder im Schwimmunterricht der Grundschule Hasenburger Berg betreut hat, halten es die Ermittler „nicht für unwahrscheinlich, dass es noch weitere Missbrauchsfälle gibt.“ Zudem arbeitete L. neben seinem Lehramtsstudium an der Leuphana einige Zeit als Bademeister im Salü sowie beim Kreissportbund.

Mehr zu den Missbrauchs-Vorwürfen lesen Sie in der Lünepost vom 20. Juli 2019.