Mit nackten Knöcheln durch die Kälte

Debbie Pohl (23), aus Scharnebeck: „Der Schuh wird doch so viel besser in Szene gesetzt. Kalt wird mir nicht, denn obenrum ist man doch dick eingemummelt.“ Foto: sst

Lüneburg. Dicke Jacke, Schal und Mütze, dazu hochgekrempelte Jeans und nackte Fesseln in leichten Sneakern – eigentlich eine absurde Kombi. Die liegt aber gerade voll im Trend! „Flanking“ heißt der aktuell wohl heißeste Schrei der Modeszene.

Das Phantasiewort, zusammengesetzt aus „flashing“ (blitzen) und „ankle“ (Knöchel), beschreibt den Trend, dem vor allem die jüngeren Mädels auch in Lüneburg in den aktuell kälteren Herbsttagen folgen.

Sogar ein paar Jungs machen mit. Ob im Schulbus am Sande, auf der Party in der „Garage“ oder beim Shopping in der Bäckerstraße – kaum ein Teenager, der nicht seine Knöchel blitzen lässt. Bei manchem Betrachter löst der Style allerdings Gänsehaut aus.

Mittlerweile befasst sich sogar die Wissenschaft mit „Flanking“.

Etwa bei der Frage, ob kahle Knöchel bei kalten Temperaturen Erkältungen begünstigen. Prof. Dr. Ingo Froböse von der Sporthochschule Köln kann keine Gesundheitsgefahr erkennen. Im Gegenteil, er kann sich sogar positive Effekte vorstellen: „Grundsätzlich ist es so, dass wir mit ‚Flanking‘ dem Körper die Möglichkeit geben, sich anzupassen. Eine thermische Reizsetzung ist gut für den Körper“, sagte der Professor dem WDR.

Man solle sich nicht immer in Watte packen, riet der Mediziner, weil man sonst Probleme bekäme, wenn es mal wirklich richtig kalt werde. Wer gesund bleiben will und gleichzeitig nicht auf den Knöchelfrei-Look verzichten will, sollte dennoch Vorkehrungen treffen (siehe Kasten).

Wir haben junge Lüneburgerinnen, die dem „Flanking“-Trend folgen, gefragt: Mädels, friert Ihr denn nicht …? Antworten stehen in der LP vom
25./26. November 2017.