Lüneburg. Die Buden für die Schnelltests stehen, die Corona-Tagespässe sind im Druck – eigentlich sollte am Montag in Lüneburg das mit Spannung erwartete Modellstadt-Projekt starten (LP berichtete). Doch schon am Donnerstag ruderten die meisten der 14 teilnehmenden Kommunen aus Niedersachsen zurück und verschoben den Start auf Donnerstag, 15. April.

Auch Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge war für den verspäteten Start: „Erstmal abwarten, was die da in Berlin am Montag für Sinn oder Unsinn verzapfen“, sagte er Donnerstagabend bei einer Online-Infoveranstaltung vor über 100 Teilnehmern aus dem Lüneburger Handel und der Gastronomie. Freitagmittag stand dann fest: Kanzlerin und Ministerpräsidenten werden gar nichts verzapfen, die Bund-Länder-Konferenz zu neuen Schritten im Kampf gegen Corona wurde abgesagt.

Stattdessen soll im Eilverfahren das Infektionsschutzgesetz nachgeschärft werden, wie am Freitag aus Regierungskreisen durchsickerte. In der Diskussion ist u. a. eine bundesweite Notbremse für Landkreise mit einer Inzidenz von 100. Liegt ein Kreis drüber, würde Berlin über Lockdowns und Schließungen entscheiden, unter 100 bliebe das Land zuständig.

In Lüneburg, Inzidenz am Freitagnachmittag bei 66,8, sieht man in der Teilnahme an der Modellstadt auch eine Chance, wie Erster Kreisrat Jürgen Krumböhmer bei der IHK-Veranstaltung sagte: „Mit der Modellstadt findet eine wesentlich stärkere Testung statt als in anderen Städten. Wir haben die Luca-App, wir haben den Ordnungsdienst und die Bereitschaft der Unternehmen. Das Projekt leistet so einen Beitrag zu höherer Sicherheit und zu höherem Infektionsschutz.“ Aber ob es wirklich am Donnerstag startet, ist ungewiss.