Nach Schüssen in Kaltenmoor: Verdächtiger stellt sich

Hat sich gestellt: Mit diesem Foto (von der Lünepost verpixelt) suchte die Polizei seit Freitag nach dem 21 Jahre alten Mohamed E. Er soll in der vorigen Woche in Kaltenmoor geschossen haben. Foto: Polizei

Lüneburg. Der mutmaßliche Schütze von Kaltenmoor hat sich gestellt! Kurz vor Redaktionsschluss am Dienstag, 10. April, teilte die Sprecherin der Lüneburger Polizeiinspektion, Antje Freudenberg, mit: „Der 21-jährige Mohamed E. hat sich gemeinsam mit seinem Rechtsanwalt gegen 15.30 Uhr bei der Lüneburger Polizei gestellt.“

Mohamed E. steht im dringenden Verdacht, am 4. April um 0.30 Uhr einen 20 Jahre alten Mann mit mehreren Schüssen schwer verletzt zu haben.

Gegen den 21-Jährigen wird wegen des Verdachts des versuchten Totschlags ermittelt. „Mohammed E. wird noch heute dem Haftrichter vorgeführt, der dann einen Haftbefehl ausstellen wird“, sagte Freudenberg am Dienstagnachmittag.

Wie die LP bereits berichtete, war in der Nacht zu Mittwoch vergangener Woche aus einem Auto heraus auf eine sechsköpfige Gruppe geschossen worden. Ein junger Mann ist dabei von zwei Kugeln getroffen und an Bein und Rücken schwer verletzt worden. Nach einer sofortigen Notoperation ist das Opfer inzwischen außer Lebensgefahr.

Der schwarze Audi A5, mit dem mutmaßlich E. und ein bis zwei Mittäter flüchteten, konnte bereits am Freitag im Hamburger Stadtteil Hamm sichergestellt werden. „Zum Tathergang und zu den mutmaßlichen 23- und 25-jährigen Mittätern hat E. noch nichts gesagt“, so Polizistin Freudenberg.

Seit Beginn der Öffentlichkeitsfahndung mit einem Foto von E. waren bereits etliche Hinweise bei der Polizei eingegangen.

Die Kriminalpolizei hat eine Ermittlungsgruppe unter der Leitung von Steffen Grimme eingerichtet. Er geht davon aus, dass es im Gegensatz zur Familienfehde von 2014 in diesem Fall nicht um eine Auseinandersetzung zwischen verfeindeten Familien geht: „Vielmehr dürfte ein gestörter Handel mit Betäubungsmitteln innerhalb der multinationalen Gruppe zum versuchten Tötungsdelikt geführt haben“, so Grimme. Die meisten Beteiligten sind zwar Deutsche, viele von ihnen stammen aber aus Zuwandererfamilien.

Die Polizei hofft auf weitere Hinweise aus der Bevölkerung, eventuell zu den Mittätern, unter
Tel. (04131) 83 06 22 15.