Neue Säulen an den Bundesstraßen

Kontrolle ohne Blitz: Diese blauen Säulen stehen auch im Landkreis Lüneburg. Sie überprüfen, ob die Lkw-Fahrer die seit 1. Juli fällige Maut für Bundesstraßen bezahlt haben. Aufs Tempo schauen sie dabei nicht. Foto: Toll Collect

Landkreis. Autofahrer, die gern etwas zügiger unterwegs sind, sind es gewohnt, abzubremsen, wenn sie einen Blitzer sehen. Schließlich möchte niemand die teure Quittung für seine Tempo-Sünde bekommen. Feste Radar-Säulen stehen u. a. an der B 209 bei Amelinghausen und Brietlingen sowie auf der Lüneburger Umgehungsstraße. Auch auf der B 4 in Richtung Uelzen oder auf der B 5 zwischen Lauenburg und Boizenburg kennen viele Verkehrsteilnehmer die grauen Anlagen.

Jetzt sind viele Autofahrer irritiert: Seit Kurzem säumen in der Region zusätzlich etwa vier Meter hohe blaue Säulen die Bundesstraßen. „Sind das auch Blitzer?“, fragen sich viele und fahren besonders vorsichtig.

Die Anwort ist: nein! Bei diesen Geräten handelt es sich nicht um Radarfallen, sondern um Kontrollsäulen der Firma Toll Collect, die die Laster überprüfen. Denn: Seit dem 1. Juli müssen Brummifahrer nicht nur auf Autobahnen, sondern auch auf Bundesstraße eine Maut entrichten.

Betroffen sind alle Lkws und Gespanne, deren Gewicht jeweils 7,5 Tonnen übersteigt. Je nach Schadstoffklasse der Fahrzeuge, Gewicht und Achsen-Anzahl kostet die Maut zwischen 8,1 und 21,8 Cent pro Kilometer.

Bundesweit umfasst das mautpflichtige Straßennetz jetzt 52.000 Kilometer. In der Region Lüneburg gehören A 39 sowie B 4, 5, 195, 209, 216 und 404 dazu.

„In den Jahren 2018 bis 2022 fließen jährlich durchschnittlich 7,2 Milliarden Euro Mauteinnahmen“, rechnet Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), „die wir in moderne und sichere Straßen in ganz Deutschland investieren.“ Das seien jährlich etwa 2,5 Milliarden Euro mehr als bisher. „Davon profitieren nicht nur unsere Unternehmen, die auf eine leistungsstarke Infrastruktur angewiesen sind“, glaubt Scheuer, „sondern auch alle Autofahrer.“

Schätzungen der Firma Toll Collect zufolge, die die Maut verwaltet, sind durch die neue Bundesstraßenmaut Fahrzeuge von 30.000 Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen zusätzlich betroffen.

Ob Unternehmer und Fahrer die Gebühr ordnungsgemäß zahlen, das wird mithilfe der neuen blauen Säulen kontrolliert. 600 dieser Geräte sind in Deutschland aufgestellt worden.

Bei uns stehen sie an der B 209 zwischen dem Reihersee und Artlenburg, an der B 216 bei Dahlenburg zwischen Ellringer Straße und Lüneburger Landstraße sowie an der B 5 bei Nostorf zwischen Lauenburg und Boizenburg.

Sie sollen die mobilen Kontrollen des Bundesamtes für Güterverkehr (BAG) ergänzen. Sie funktionieren ähnlich wie die Kon­trollbrücken auf Autobahnen. Solche Brücken wird es auf Bundesstraßen aber nicht geben.

Mehr zum Thema steht in der LP vom 7./8. Juli 2018.