Pflegeheim vor dem Aus? Mitarbeiter geben nicht auf!

Kämpfen für Job und Bewohner: die Mitarbeiter des Lüneburger Senioren- und Pflegeheims Am Lambertiplatz. Foto: sst

Lüneburg. Ist wirklich Schluss oder geht es vielleicht doch noch weiter im Senioren- und Pflegezentrum Am Lambertiplatz in Lüneburg?. Wie berichtet, war der Einrichtung die Betriebserlaubnis zum 15. April entzogen worden. Wirtschaftliche Zuverlässigkeit und ordentliche Betriebsführung des Heims seien nicht gegeben, heißt es von der Stadt.

Alle 36 Bewohner müssen bis Mitte April eine neue Unterkunft finden, die Mitarbeiter einen neuen Job.

Demir Tas ist Berater der Geschäftsleitung. Er versteht das nicht: „Wir haben doch alle geforderten Unterlagen eingereicht, etwa die Unbedenklichkeitsbescheinigungen vom Finanzamt, von den Krankenkassen und den Gesellschaften.“

Der Berater räumt aber auch ein: „Die Unterlagen waren formell nicht in Ordnung. Wir müssen den Antrag nun formell noch einmal stellen.“

Damit der Betrieb weitergeht, muss dieser komplett neu beantragt werden. Die Mitarbeiterinnen Elke Nibelschütz und Regina Kubsch: „Erst am Montag hat Frau Lichtenberg von der Heimaufsicht gegenüber Mitarbeitern, Angehörigen und Heimbewohnern gesagt: Wenn wir den Neuantrag stellen und eingereicht haben, muss niemand mehr ausziehen.“

Von den ehemals 36 Bewohnern waren am Freitag noch 14 in der Einrichtung untergebracht. Bei den Auszügen der anderen seien viele Tränen geflossen: „Das Haus war für die Bewohner seit vielen Jahren ihr Zuhause. Wir werden alles tun, was die Heimaufsicht verlangt, damit die Menschen bleiben können“, versichert der Berater und betont: „Es geht hier um die Menschen und nicht um die Finanzen.“

Die LÜNEPOST hat noch einmal mit der Hansestadt über den Fall gesprochen. Laut Sozialdezernentin Pia Steinrücke seien zwei Dinge zu trennen: „Wenn die Betriebserlaubnis einmal entzogen ist, dann ist sie entzogen, und zwar in diesem Fall mit Wirkung zum 15. April.“

Es sei dem Betreiber aber jederzeit möglich, einen Neuantrag zum Betrieb eines Heimes zu stellen, „den wir dann auch unbelastet von den bisherigen Kommunikationsschwierigkeiten, aber natürlich nach Recht und Gesetz zügig prüfen wollen.“

Laut Pia Steinrücke habe man am Freitag einen Großteil der für die ordnungsgemäße Beendigung des Betriebes erforderlichen Unterlagen erhalten. „Was allerdings noch immer fehlt, ist zum Beispiel der Liquiditätsnachweis der Hausbank. Außerdem haben wir am 5. Februar ein kurzes Anschreiben des Betreibers erhalten, welches man als Neu-Antrag verstehen kann.“

In einem Gespräch habe man dem Betreiber Cornal GmbH erläutert, welche Schritte und Unterlagen dazu nötig sind und ihm diese Informationen auch schriftlich ausgehändigt. Für einen Neuanfang seien noch weitere Unterlagen und Prüfungen nötig.

Die Sozialdezernentin betont nochmals: „Es ist außerordentlich bedauerlich, dass es soweit kommen musste. Wer verantwortlich handeln will, sollte die Bewohner und die Angehörigen jetzt aber nicht weiter verunsichern, indem er die Hoffnung schürt, es sei mit einem Neuantrag ein nahtloser Übergang für sie möglich. Das ist leider unrealistisch.“