Adendorf. Da hat Finn Sonntag, Geschäftsführer des Eishockey-Regionalligisten Adendorfer EC, zwei Überraschungen aus dem Hut gezaubert: Mit Jacek Piechutta wird ein alter Bekannter zum AEC zurückkehren und sein Trainer-Debüt geben. Und für Offensiv-Power soll der erfahrene Kanadier Geordie Wudrick sorgen.

Dass es eine Veränderung auf der Bank der Heidschnucken geben würde, stand schon etwas länger fest. Bereits vorige Woche hatte der Klub Waldemar Bartuli und Andrej Gorbenko mitgeteilt, keinen neuen Vertrag auszuarbeiten. Das Duo hatte erst im Laufe der vergangenen Saison das Traineramt übernommen. „Zu weit lagen die Vorstellungen der finanziellen und sportlichen Möglichkeiten auseinander“, erklärt AEC-Boss Sonntag.

Nun also das Comeback von Piechutta, der als Spieler in Deutschland von der fünften bis zur ersten Liga alles erlebt hat.

Für den 49-Jährigen ist es der erste Trainerjob. Finn Sonntag hält ihn dennoch „wegen seiner langen Spieler-Erfahrung für einen Experten und jemanden, der junge Spieler fördern kann“. Und der Klub-Boss lobt weiter: „Jacek kennt das Umfeld in Adendorf und weiß, was hier machbar ist – und was nicht …“

Machbar war für Finn Sonntag offensichtlich ein echter Transfer-Hammer:

„Wir konnten die zweite Kontingentstelle mit einem echten Donnerschlag besetzen“, freut er sich. Der 29 Jahre alte Geordie Wudrick mit den Gardemaßen von 97 Kilo bei 1,93 Meter Körpergröße wurde in einer der besten Juniorenligen, der WHL, ausgebildet und lief sogar für die kanadische Junioren-Nationalmannschaft auf. 2008 berief sogar NHL-Klub LA Kings den Mittelstürmer.

2011 wechselte der Sturmtank in die DEL2 zu den Starbulls Rosenheim. Über Stationen in der nordamerikanischen ECHL und SPHL sowie Sommer-Engagements in der australischen AIHL kam Wudrick 2017 nach Deutschland zurück. „Mit 29 Toren und 21 Vorlagen in 22 Spielen für die Berlin Blues sorgte er in der Regionalliga Ost für Furore“, ist Finn Sonntag beeindruckt.

„Die letzte Saison bei den Harzer Falken, die später in die Insolvenz schlitterten, verlief für Geordie unglücklich“, weiß der AEC-Boss, „und er fühlte sich dort nie richtig wohl.“ Wenn sich Wudrick wohlfühlt, ist sich Sonntag sicher, „hat er das Zeug zu den besten Spielern der Liga zu gehören“.

Bereits seit einem Jahr steht Finn Sonntag mit dem Kanadier in Kontakt.

Jetzt konnte er den 29-Jährigen endlich nach Adendorf lotsen. „Als ich 2017 mit Berlin zum Test hier war, war ich begeistert von der tollen Stimmung und den Fans“, verrät Geordie Wudrick, „das ist der Grund, warum man den Sport betreibt. Ich hoffe, ich kann dem Team so weit helfen, dass die Fans noch viel mehr Grund zum Feiern haben.“

Der Kanada-Kracher wird in der neuen Saison mit der Rückennummer 88 für die Heidschnucken auflaufen.