Lüneburg. Unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen ist am Donnerstag ein Prozess vor dem Lüneburger Landgericht gestartet. Angeklagt ist Heike Werding, eine führende Kraft der Reichsbürgerszene. Der 61-Jährigen wird u. a. zur Last gelegt, als Chefin der mittlerweile verbotenen Gruppe „Geeinte deutsche Völker und Stämme“ verfassungswidrige Propaganda betrieben zu haben. Missbrauch von Berufsbezeichnungen, Volksverhetzung sowie Hetze gegen Ausländer und Juden stehen außerdem in der Klageschrift.

Vor der Staatsschutzkammer unter Vorsitz von Richter Dr. Michael Herrmann und vor einem halben Dutzend Anhängern aus der Reichsbürgerszene präsentierte sich eine selbstbewusste Angeklagte. Passend zu den Handschellen hatte Heike Werding silberfarbenen Nagellack aufgetragen, Blazer und Boots farblich abgestimmt gewählt. Die Frau, die früher kein Problem damit hatte, ihre Ideologie in Youtube-Videos oder bei Telegram zu verbreiten, versteckte ihr Gesicht hinter einem großen Aktendeckel vor den Fotografen.

Es folgte eine krude Verhandlung: Hinsetzen wollte sich die Angeklagte erst nach gutem Zureden, auf ihren offiziellen Namen reagierte sie nicht. Stattdessen sei sie nur „Heike“, erklärte die Reichsbürgerin. Oder alternativ „Heikefriede aus der Sippe derer zu Werding“. So heißt die Angeklagte laut der sogenannten „Lebendbeurkunden“ ihrer vom Verfassungsschutz verbotenen Gruppe der geeinten Völker und Stämme.

Mehr zu den Anklagepunkten und warum ein Mann seine Familie an die Szene verloren hat, lesen Sie in der Lünepost vom 5. November.