Adendorf. Eine Entscheidung des Bundeskartellamtes zeigt jetzt seine Auswirkungen in Adendorf. Ende November hatten die Kartellwächter aus Bonn entschieden, dass die geplante Fusion des österreichischen Möbelhausgiganten XXXLutz mit der Tejo‘s/Roller/Schulenburg-Gruppe nur dann genehmigt wird, wenn sich diese von 23 Einrichtungshäusern trennt. Eine dieser Filialen ist das Adendorfer Möbelhaus Schulenburg.

Ein Käufer für die meisten der Märkte war schnell gefunden: Opti-Wohnwelt aus Schweinfurt in Franken schlug zu.

Das mittelständische Unternehmen der Brüder Michael und Oliver Föst betreibt vor allem in Süddeutschland 17 Einrichtungshäuser und acht SB-Stores. 140 Millionen Euro Umsatz erwirtschafteten sie damit nach Angaben des Branchenmagazins Möbelkultur im Jahr 2019. Nun kommen 12 Roller-, sechs Tejo- sowie zwei Schulenburg-Märkte dazu – und die Föst-Brüder steigen in die Top 20 im deutschen Möbelhandel auf.

Was bedeutet die Übernahme für den Adendorfer Schulenburg-Markt? Abgesehen vom neuen Namen gar nicht so viel, wie der bisherige Geschäftsführer Dirk Nagel verrät: „Wir werden zum 1. März einen neuen Betreiber haben. Die Mitarbeiter werden alle übernommen und es soll auch noch weiteres Personal hinzukommen.“ Auch das Angebot bleibe größtenteils unverändert. „Es wird zwar einen neuen Verband mit der Begros-Gruppe als Nachfolger von Union geben, das Sortiment geht aber mit über.“

Betroffen von der Umflaggung ist auch der SB-Markt wenige hundert Meter weiter: „Unter dem Dach von Opti-Wohnwelt gibt es auch einen Discounterbereich, von daher wird auch der SB-Markt vorerst weiterbetrieben.“ Vorerst sagt er, weil es in der Schweinfurter Firmenzentrale durchaus Überlegungen für Veränderungen gebe. Details mag Dirk Nagel jedoch nicht verraten: „Dafür ist es noch zu früh.“

Wie die LÜNEPOST aus anderen Quellen erfuhr, soll am SB-Standort im Norden Adendorfs auf lange Sicht ein neues Küchenhaus entstehen, in den der bisherige Küchenbereich aus dem Schulenburg-Markt dann umziehen würde.

Eines ist Geschäftsführer Nagel wichtig: „Das Ganze hat keine wirtschaftlichen Hintergründe, im Gegenteil: Wir sind ein erfolgreicher Standort und passen perfekt ins Portfolio dieses Familienunternehmens auf Wachstumskurs.“

Für den bisherigen Chef endet zum 1. März eine Ära: Nach 13 Jahren an der Spitze von Möbel Schulenburg will er künftig beruflich kürzer treten. „Die Phase der Vermögungsbildung sollte abgeschlossen sein“, lacht Dirk Nagel. Mit seiner Familie wird er weiterhin in Adendorf wohnen: „Wir bleiben zum Glück im wunderschönen Lüneburg.“ Sein Nachfolger an der Spitze der künftigen Opti-Wohnwelt wird als Betriebsleiter Nagels bisheriger Stellvertreter Frank Eggerß.