Radbruch/Vögelsen. Ab dem Jahr 2025 soll für jedes Kind, dessen Eltern das wünschen, eine ganztägige Betreuung an der Schule gewährleistet sein. Dieser Rechtsanspruch bedeutet für die Schulträger natürlich einen hohen Personalbedarf – und das Vorhaben wirft schon jetzt seine Schatten voraus.

So wie in Radbruch: Denn wie bei der dortigen Gemeinderatsitzung thematisiert, erwägt die Samtgemeinde Bardowick eine Zusammenlegung der Radbrucher Grundschule mit der Grundschule in Vögelsen.

„An einem noch nicht genannten Standort soll eine neue Schule gebaut werden“, heißt es in einer Pressemitteilung der Radbrucher SPD-Fraktion. Sie klagt: „Damit werden zwei prosperierende Schulstandorte aufgegeben. Der Vorteil wäre rein ökonomisch.“

Was Politiker wie Eltern nicht verstehen: In Radbruch wie Vögelsen sind die Einwohnerzahlen wachsend. So haben beide Dörfer aktuell zwei erste und zwei zweite Klassen. Aus zusammen vier Klassen pro Jahrgang könnten dann drei gemeinsame werden – und die Samtgemeinde als Träger würde einen Klassenlehrer pro Jahrgang einsparen.

Radbruchs Bürgermeister Rolf Semrok: „Nachdem ich vom Ansinnen der Samtgemeindeleitung hörte, die Schulstandorte Radbruch und Vögelsen an einem neuen Standort zusammenzulegen, habe ich mich bei Samtgemeindebürgermeister Heiner Luhmann und seinem Stellvertreter Arndt Conrad für die Beibehaltung der beiden Standorte ausgesprochen.“

Im Gemeinderat herrschte seltene Einigkeit. Gemeinsam brachte man eine Resolution auf den Weg, in der die Samtgemeinde u. a. aufgefordert wird, „die vorhandenen Schulstandorte weiter zu ertüchtigen“.

Auch in der Gemeinde Vögelsen wird das Thema heiß diskutiert. Bürgermeisterin Silke Rogge gegenüber der LÜNEPOST: „Ich war extrem überrascht von diesen Plänen.“ Wie Radbruchs Bürgermeister ist auch sie der Meinung: „Die Grundschule gehört auch in Zukunft ins Dorf – kurze Beine, kurze Wege!“ Den Gemeinderat Vögelsen und die Gremien habe die Bürgermeisterin über die Pläne der Samtgemeinde Bardowick informiert. „Auch die Elternschaft wird sich für den Erhalt der Grundschule aufstellen“, weiß Bürgermeisterin Rogge.

Am Dienstag, 22. September, tagt der Rat der Samtgemeinde Bardowick (19 Uhr, Schützenhaus). Dort wird das Thema sicher auch zur Sprache kommen.