Seit 9 Monaten:
Rollstuhlfahrer in Wohnungsnot

„Wenn ich abends nach einem stressigen Arbeitstag nach Hause komme, freue ich mich auf mein eigenes Bett“, erzählt Christian Meyke, „aber bei meinen Kollegen Naomi und Ibrahim fängt der anstrengende Teil des Tages dann erst an.“ Die beiden jungen Rollstuhlfahrer sind obdachlos, schon seit neun Monaten.

Und jeden Abend geht die Suche nach einem Bett für die Nacht aufs Neue los. Das kann bei Freunden, im Hotel oder auch schon mal im Zug sein. „Unser Problem ist, dass wir arbeiten“, sagt die 24-jährige Naomi Zelle. Auf einem Hamburger Amt bekamen sie zu hören: „Sie verdienen, also sorgen Sie selbst für eine Unterkunft!“

Das versuchen die beiden in Vollzeit arbeitenden, gelernten Bürofachkräfte, einen Besichtigungsmarathon von über 30 Wohnungen haben sie schon hinter sich. Erfolglos: „Man wird irgendwann müde, fängt an zu resignieren“, meint Ibrahim Al-Wattar. Beide sind sicher, dass die Rollstühle der Grund für die vielen Absagen sind. „Das bekamen wir sogar offen gesagt“, erzählt Ibrahim.

Wie die beiden sympathischen jungen Leute den Alltag meistern und wie LÜNEPOST-Leser ihnen vielleicht helfen können, steht in der Lünepost vom 27. März 2013.