Lüneburg. Jetzt kommt der Sommer richtig in Fahrt: Eine ganze Woche mit Sonnenschein satt und Temperaturen von bis zu 35 Grad versprechen uns die Meteorologen. Das ist fast schon zu sommerlich … Denn die Hitze macht nicht nur uns, sondern auch unseren Tieren im Sommer schwer zu schaffen. Lünepost-Tierexpertin Simone Steinbrenner hat Tipps für Bello, Mieze, Piepmatz, Karnickel und Co.

So hilft Hund und Katze es, wenn man ihnen erlaubt, dass sie sich kühle Plätze in Wohnung oder Haus selbst aussuchen können. So wirkt eine kühle Brise nachhaltig: Frühmorgens alle Fenster öffnen und nach dem Schließen Vorhänge zuziehen. Es lohnt sich, feuchte Tücher und Bettlaken an den Vorhängen zu befestigen. Die in kaltem Wasser getränkten Tücher sorgen für lang anhaltende Abkühlung.

Coole Plätze für Nager
Auch wenn Meerschweine und Kaninchen Wärme mögen – bei sommerlichen Temperaturen gehört ihr Gehege tagsüber nicht in den Garten, sondern in die kühle Wohnung oder in den Keller. Frische Luft sollten die kleinen Nager besser abends nach 18 Uhr für maximal zwei Stunden im Garten genießen dürfen. Feuchte Tücher, die man aufs Gehege-Dach legt, sorgen für Kühlung. Dankbar sind Kaninchen und Meerschweinchen, wenn man ihre Ohren immer wieder mal mit Wasser befeuchtet.

Tipps gegen Hitze für Wellensittich, Kanarien­vogel oder Papagei
Auch hier wirkt das feuchte Handtuch auf der Voliere. Zusätzlich freuen sich Vögel auf ein kühles Bad oder lassen sich mit einer Sprühflasche abduschen. Der Raum, in dem sich der Vogel befindet, sollte halbdunkel und gut durchlüftet sein (kein Durchzug!).

Wie lange darf der Hund bei Hitze in die Natur?
Spaziergänge mit Hund besser morgens und abends machen. Wenn der Hund zwischendurch mal „muss“, reicht ein kurzer Gang im Schatten, damit der Vierbeiner seine Notdurft verrichten kann. Auf das Toben mit anderen Vierbeinern im Park sowie alle Arten von Hunde-Training (nach 10 Uhr), sollte man verzichten. Radtouren oder die Shoppingtour in der City mag ein Hund bei Wärme gar nicht! Ebenso wenig sollte Bello vor einem Geschäft warten müssen. Außerdem tut es keinem Hund gut, wenn er tagsüber mit seinem Zweibeiner am See oder am Elbstrand aushalten muss. Und wer sein Hund im Auto warten lässt, riskiert das Leben seines Hundes!

Zum Schutz Ihrer persönlichen Daten, wird die Verbindung zu Youtube erst dann aufgebaut, wenn Sie das Video gestartet haben. Die Vorschaubilder werden auf unserem WebServer zwischengespeichert. Beachten Sie hierzu bitte auch unsere Datenschutzerklärung

So verschafft sich die Katze Kühlung
Um sich vor Überhitzung zu schützen, versuchen Katzen, sich übers Hecheln Kühlung zu verschaffen. Außerdem versuchen sie, jede unnötige Bewegung zu vermeiden. Ist es draußen heiß, wird Mieze träge und bewegt sich weniger. Bei Hitze sollten Katzen von 11 bis 18 Uhr – also in der Zeit, in der den Tieren die Sonne am stärksten auf den Pelz scheint – in der Wohnung bleiben. Zusätzlich kühlen sich die Tiere ab, indem sie sich im Sommer intensiv putzen und mit ihrem Speichel ihr Fell anfeuchten.
Übrigens: Katzen schwitzen nicht am ganzen Körper. Ihre Schweißdrüsen sitzen nur zwischen den Zehen- und Sohlenballen, an den Lippen, am Kinn, rund um die Zitzen und den After. Wasser hält auch den tierischen Kreislauf in Schwung, deshalb sollte frisches Trinkwasser rund um die Uhr zugänglich sein. Hier lohnt es sich, in der Wohnung und ums Haus mehrere kleine Trinknäpfe aufzustellen, sodass die Katze genügend Wasser vorfindet. Trick für trinkfaule Katzen: Ein Schluck ungewürzte Brühe im Trinkwasser aromatisiert das Getränk. Ein Eiswürfel im Wassernapf bringt Miezes Schnauze und Pfoten schnell ins Wasser. Katzen brauchen im Sommer weniger Futter als üblich, da sie körperlich weniger aktiv unterwegs sind. Daher ist es ratsam, das Futter auf mehrere Portionen über den Tag zu verteilen und Reste sofort wegräumen.
Bitte ein besonderes Augenmerk auf Freigänger haben: Auch wenn sie bei hohen Temperaturen draußen selbstständig Schattenplätze suchen, droht Hitzschlag. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, den Tiger ab dem Mittag zurück in die Wohnung zu holen.

Symptome bei Überhitzung
Das Tier hechelt stark (Maul weit aufgerissen), es speichelt, hat stark gerötete Schleimhäute, erhöhte Herzfrequenz und Unruhe. Egal ob Hund, Katze, Kaninchen oder Meerschwein – das Tier muss sofort raus aus der Sonne! Ansonsten kommen später Atemnot, zunehmende Erschöpfung, Muskelzittern, Gleichgewichtsstörungen und Erbrechen dazu. Der Hitzschlag endet mit Krämpfen in epileptischen Anfällen, Schock, Koma und führt bis zum Herztod.

Wichtig zu wissen:
Hitzschlag kann beim Hund ganz schnell eintreten. Ab etwa 28 Grad Umgebungstemperatur bekommt das Tier zunehmend Probleme, seine Körpertemperatur durch Hecheln auf den normalen 38 Grad zu halten. Jetzt muss Hund (aber auch Katze) unbedingt einen kühleren Platz bekommen. Wenn dem Tier zu spät Kühlung ermöglicht wird, ist es schon ein Notfall und gehört schnellstmöglich in tierärztliche Hände!
Symptome des Hitzschlags: Das Tier ist unruhig, seine Körpertemperatur liegt bei über 39 Grad ansteigend. Das Zahnfleisch ist dunkelrot, das Tier liegt apathisch auf dem Bauch und hechelt stark. Dann besteht Lebensgefahr und das Tier muss unverzüglich zum Tierarzt!