So wild wütete Orkan „Xavier“ bei uns in der Region

Am Lüneburger Rathaus drohte ein Baugerüst in Richtung Marienplatz umzustürzen. Ein eilig herbeigerufener Kran stützte ab und vereitelte Schlimmerers. Foto: bec

Landkreis. Es war kurz nach 14 Uhr am Donnerstag, als plötzlich alles durch die Gegend flog. Sturmtief Xavier erreichte Lüneburg und das Umland, sorgte binnen kurzer Zeit für Verwüstung.

In Alt Hagen krachte eine Eiche auf ein Holzhaus. In Scharnebeck wurde ein Passant von einem umstürzenden Baum getroffen, Feuerwehrleute belebten ihn wieder. Bäume knickten um, etwa an den Sülzwiesen und am Kreideberg in Lüneburg. Im Bereich Vögelsen und Radbruch fiel stundenlang der Strom aus.

Auf den Bahnstrecken nach Hamburg, Uelzen und Dannenberg kamen Bahn, Metronom und Erixx wegen umgestürzter Bäume nicht mehr durch.

Erst im Laufe des Freitags wurden viele Bahnstrecken wieder freigegeben, sodass viele Passagiere die Nacht auf norddeutschen Bahnhöfen verbringen mussten. So strandete ein ICE mit 500 Menschen in Lüneburg.

Nur haarscharf an einem Unglück vorbei schrammte das Lüneburger Rathaus:

Dort hatte der Orkan das Baugerüst auf der Seite zum Marien­platz aus einer Verankerung gerissen. Das Stahlungetüm drohte auf die Straße und den angrenzenden Parkplatz zu stürzen. Schnell wurde ein Kran gerufen, der das Gerüst abstützte. Mitarbeiter aus dem Bereich Ordnung der Stadt sorgten in neongelben Westen für Sicherheit, sperrten die umliegenden Straßen.

Auch der Zugang zum Briefwahlbüro und die benachbarte Ratsbücherei mussten gesperrt werden. Die Polizei meldet: Knapp 700 Notrufe gingen in drei Stunden ein.