Lüneburg. Starker Start, starke Auftritte, stark behauptet: So lässt sich die bisherige Saison für die Basketball-Frauen des MTV Treubund Lüneburg zusammenfassen. Die 66ers, im vergangenen Sommer in die Oberliga Hamburg zurückgekehrt, sind aktuell Tabellendritte.

Am vergangenen Samstag gab es einen 72:42-Heimsieg gegen den Hamburger SV. „Jeder hat sich reingehängt. Dass es so deutlich wird, hätte ich vor dem Spiel nicht gedacht. Eine richtig gute Teamleistung!”, freute sich Spielertrainerin Daniela Kruse.

Das Saisonziel ist schon fast erreicht

So souverän soll‘s natürlich weitergehen. Am kommenden Samstag, 21. Januar, kommt der Tabellensiebte SV St. Georg nach Lüneburg (18 Uhr/Sporthalle Johanneum). Beim Hinspiel im November gab‘s eine ganz enge 46:48-Niederlage. „Das ist eines der wenigen Teams, das viel Druck nach vorn gemacht hat, wo meine Mädels zu hektisch geworden sind”, sagt Kruse. Umso klarer der Trainingsschwerpunkt in dieser Woche: „Jetzt wissen wir, wie sie spielen, und werden uns darauf vorbereiten.” Das Ziel: „Da haben wir noch eine Rechnung offen – und die wollen wir begleichen!”, setzt die Trainerin auf einen Heimerfolg.

Dass die Saison so erfolgreich läuft, überrascht auch die langjährige Spielerin Kruse, die nach dem Abschied von Stephen Gilbert im Herbst 2021 auch das Traineramt übernahm. „Vor der Saison wussten wir nicht, wo wir stehen und welchen Kader wir haben. Als wir uns entschieden haben, für die Oberliga zu melden, hatten wir fünf Spielerinnen und wussten nicht, ob wir ein Team zusammenkriegen”, beschreibt Kruse die eher mäßigen Aussichten im vergangenen Frühjahr.

Inzwischen „Luxussorgen“ im Kader

Inzwischen sieht‘s ganz anders aus. Nach einigen Zugängen gibt‘s manchmal sogar echte Luxussorgen: „Wir haben jetzt so einen breiten Kader haben, dass ich auch Leuten absagen muss”, lacht Kruse. Für die Trainerin bleibt das eine Herausforderung: „Wir haben in jedem Spiel einen anderen Kader, können uns gar nicht richtig einspielen.”

Dennoch läuft es gut – und die Zwischenbilanz überzeugt: „Wir wollten möglichst früh nichts mit dem Abstieg zu tun haben”, nennt Kruse das Saisonziel. Das ist praktisch schon kurz nach der ersten Saisonhälfte erreicht: „Damit habe ich so früh nicht gerechnet.” Umso mehr, weil einige der Spielerinnen erstmals Oberliga-Luft schnuppern: „Das ist vom körperlichen Einsatz noch etwas anderes, da tut man sich anfangs schwer.” Die neue Spielklasse ist zudem physisch anspruchsvoller: „Die Liga hat eine ganz andere Geschwindigkeit. In der Defense brauchen wir mehr Intensität, in der Offense kommt es auf präzise Laufwege an”, beschreibt Kruse die Herausforderung.

Das Team hat Potenzial

Was sie freut, ist der Blick nach vorn: „Mit den vielen Jüngeren und Studentinnen hat die Mannschaft noch Entwicklungspotenzial.” Im Team sind Spielerinnen im Alter zwischen 16 und 42 Jahren. „Wir sind breit aufgestellt”, sagt Kruse. „Die Mischung aus ‚alten Hasen‘ wie Nina Kreiselmaier, Irena Hessler, Nele Meißner sowie Camilla Burda und den jüngeren Spielerinnen funktioniert erstaunlich gut“ – und sorgt auch bei Kruse selbst für viel Freude. „Vor eineinhalb Jahren wollte ich die Schuhe schon fast an den Nagel hängen. Aber im Moment macht es richtig viel Laune – wie der ganze Verein!“, spielt sie darauf an, dass der MTV jüngst in die Top 100 der größten Basketballabteilungen Deutschlands aufrückte – noch vor dem FC Bayern München.

Für jeden die passende Mannschaft

Aktuell hat die Sparte 433 Mitglieder – 500 sollen es bald sein. „Noch vor wenigen Jahren mussten wir Strafgelder zahlen, weil es keinen Nachwuchs gab“, erinnert sich Kruse. Umso beeindruckender die Entwicklung: „Jetzt starten manche schon mit sechs, sieben Jahren in der U8.” Das lässt sie hoffen: „Unterbau und auch Spitze werden damit besser. Unser Ziel ist, dass jeder für sich die passende Mannschaft finden kann, um Spielzeit zu bekommen und Erfahrung zu sammeln.”