Lüneburg. Seit die Lünepost am vorigen Mittwoch über die ins Wanken geratenen Pläne für einen Sportpark an der Ostumgehung berichtete, gibt es in der Lüneburger Sportszene eigentlich kein anderes Thema mehr. Wie geschrieben, möchte Fußball-Regionalligist Lüneburger SK hier unbedingt ein Stadion für seine Spiele bauen. Es soll jedoch kein reines Fußballprojekt werden, sondern ein Sportpark für viele Vereine und Sportarten.

Während man im Vorstand des LSK nicht glücklich darüber ist, dass das bisher diskret behandelte Thema nun hochkocht, werden die Diskussionen andernorts begrüßt. Als Vorsitzender des Lüneburger Sportausschusses möchte z. B. SPD-Ratsmitglied Philipp Meyn Tempo in die Sache bringen: „Die Möglichkeit am Bilmer Berg auf dem Grundstück der Schlüterschen Stiftung ist ein Geschenk“, sagt Meyn. Anwohner gebe es dort keine auf Lüneburger Gebiet, die Lage sei ideal, die Anbindung auch – wenn sich denn Gewerbe rundherum ansiedelt und damit die Erschließung erst möglich macht.

Doch genau da liegt das Problem: Während der LSK als Pächter von Flächen der Stiftung eine überschaubare Summe zahlen würde, müssten die Unternehmen viel tiefer in die Tasche greifen. Denn deren Flächen rund um das LSK-Areal gehören einem Landwirt, der sie lukrativ veräußern möchte.
Dass die Ansiedelung von mehr Gewerbe den Grünen als stärkster Kraft im Rat nicht gefallen wird, weiß auch Meyn: „Fraktionsvorsitzender Ulrich Blanck möchte zwei Jahre Moratorium – doch dann passiert zwei Jahre lang nichts!“ Daher seien Befürchtungen von LSK-Anhängern berechtigt, dass das Stadionprojekt ewig dauern könnte. „Das Thema hat bisher keine Priorität“, fühlt sich der Sportausschussvorsitzende auch durch die jüngst von Grünen-OB Claudia Kalisch getätigten Äußerungen in seiner Meinung bestätigt. Kalisch hatte sich gegenüber der LP sehr zurückhaltend gegeben.

Was Philipp Meyn wichtig ist: „Das Ganze ist ja kein reines LSK-Projekt, von daher würde ich auch viel lieber von einem Sportpark-Ost sprechen und den Namen LSK da rauslassen.“ Denn der Klub habe nicht nur Freunde in der Stadt. „Doch vom Sportpark würden auch die anderen Vereine und Sportarten profitieren“, ist Meyn überzeugt. Schließlich sei schon seit Jahren beabsichtigt, bis 2028 drei weitere Plätze in der Stadt zu bauen. Und wie berichtet, stehen nach wie vor 1,5 Millionen Euro bereit für den LSK-Stadionbau. „Das Geld steht im Haushalt, darüber muss aber auch noch beschlossen werden.“ Es könnte also alles ganz einfach sein.
Um das Projekt ins Rollen zu bringen, setzt Meyn das Thema für die nächste Sitzung des Sportausschusses am 15. Februar auf die Agenda.

Das Wort des 37-Jährigen könnte im Sport übrigens bald noch mehr Gewicht bekommen, denn wie diese Woche bekannt wurde, hat er Ambitionen aufs Amt des Kreissportbund-Vorsitzenden.