Starker Auftakt ins Krimi-Festival

In Lüneburg zu Gast: Der schwedische Autor David Lagercrantz (M.) las am Freitag in Lüneburg. Margarete von Schwarzkopf moderierte den Abend, den deutschen Part übernahm Synchronsprecher Dietmar Wunder. Foto: sta

Lüneburg. Das ging ja gut los! Am vergangenen Freitag startete das 8. Lüneburger Krimi-Festival im Kinosaal 1 des Filmpalasts. Zu Gast war der schwedische Autor David Lagercrantz, der auf Bitte der Familie von Stieg Larsson und des Verlags die „Millennium“-Trilogie des inzwischen verstorbenen Larsson fortschreibt. „Verfolgung“ ist bereits der zweite Band der Reihe um die Hauptfiguren Lisbeth Salander und Mikael Blomkvist. Das neue Buch stellte Lagercrantz in Lüneburg vor.

Lagercrantz sorgte mit Moderatorin Margarete von Schwarzkopf und dem Synchronsprecher Dietmar Wunder (u. a. Stimme von Daniel Craig und Adam Sandler) für einen kurzweiligen und äußerst unterhaltsamen Abend.

Dass der schwedische Autor seine Arbeit und seine Werke liebt, merkte man schon daran, wie leidenschaftlich er auf Englisch erzählte. Zum Beispiel von der Hauptfigur Mikael: „Es braucht gute Journalisten wie ihn“, betonte Lagercrantz, der selbst Journalist ist, „gerade jetzt wo es so viele schreckliche Präsidenten und Vorwürfe von Fake News und Lügenpresse  gibt.“ Namen wolle er nicht nennen. Das brauchte er aber auch nicht. Das Publikum verstand …

Für Lagercrantz sei es eine große Ehre gewesen, die „Millennium“-Trilogie fortschreiben zu dürfen. Auch wenn er anfangs unter dem „Komplex der Larsson-Qualität, aber auch -Quantität“ gelitten habe. Das aktuelle Buch ist schon deutlich dünner geworden als Larssons erste Bände – kann in Sachen Spannung aber in jedem Fall mithalten.

Um sich davon zu überzeugen, gab’s Kostproben. Zunächst von Lagercrantz auf Schwedisch, anschließend ausführlich auf Deutsch von Dietmar Wunder.

Für den Schweden sei es aber vor allem die Vorliebe für Outsider wie die Figur Lisbeth Salander gewesen, als die Vorliebe für Krimis, die Aufgabe zu übernehmen. „Die Millennium-Bücher fesseln den Leser, weil man unbedingt wissen will, wer Lisbeth Salander ist. Aber man wird es nie ganz verstehen. In jedem Buch wird allerdings etwas mehr enthüllt“, verriet David Lagercrantz.

Am Ende gab’s ausgiebigen Applaus für das Trio auf dem Podium und die Schlange für ein Autogramm des Autors im neuen Buch ging fast komplett einmal durch den Kinosaal. Das war ein starker Start in das Krimi-Festival, das von Jan Orthey und seinem Lünebuch-Team hervorragend organisiert wird.

Weitere Lesungen gibt’s noch bis zum 4. November, viele sind allerdings schon ausverkauft. Alle Terminde finden Interessierte auf www.krimifestival-lg.de