Weniger soziale Kontakte, fehlende Betreuung in Kita und Schule, Unsicherheiten im Job: Familien mit Kindern hat die Corona-Pandemie besonders hart getroffen. Um deren Situation zu verbessern, wurde im Lüneburger Rathaus nun ein dreiteiliges Hilfspaket auf den Weg gebracht. Kosten: rund 500.000 Euro. Um diesen Betrag zu stemmen, will die Stadt auch den Landkreis Lüneburg mit ins Boot holen. Sozialdezernentin Pia Steinrücke hofft auf Drittel als Beteiligung vom Landkreis.

Doch den Ball will man im Kreishaus nicht aufnehmen. Schließlich habe man schon im vorigen Jahr die Kreisumlage gesenkt, um den Gemeinden finanziellen Spielraum zu verschaffen. „Keine Sonder­konditionen für Hansestadt Lüneburg“ hat der Kreis eine Pressemitteilung betitelt, nachdem die Forderungen der städtischen Sozialdezernentin Steinrücke in dieser Woche öffentlich wurden. Begründung: Alleine die Stadt habe durch die Senkung der Kreisumlage knapp sechs Millionen Euro weniger zahlen müssen. „Bei den Beträgen dürfte auch die Hansestadt in der Lage sein, ihr 500.000-Euro-Paket für Familien selbstständig zu finanzieren“, sagt Yvonne Hobro, Fachbereichs­leiterin Soziales beim Landkreis, süffisant in Richtung ihrer Amtskollegin aus dem städtischen Rathaus.

Eigene Corona-Maßnahmen auf die Beine zu stellen, um die Folgen für Kinder und Jugendliche abzumildern – das sei der ausdrückliche Wunsch der Kommunen im Landkreis vor einem Jahr gewesen. „Daran haben wir uns orientiert“, betont Landrat Jens Böther. „Es ist ganz klar, dass jede Gemeinde ihre ganz eigene Struktur hat. Jeder Ort, jede Familie benötigt andere Unterstützung.“ Mit der Senkung der Kreisumlage habe der Landkreis die Grundlage dafür geschaffen, dass die Kommunen ihr Geld selbstständig und sinnvoll einsetzen können. Böther: „Sie haben die Bedürfnisse vor Ort am besten im Blick.“

Welche Maßnahmen man in Lüneburg plant, lesen Sie in der Lünepost vom 28. April 2021.