Streit mit tödlichem Ende

Der Tatort (Foto: sst)

Lüneburg. Die Mutter war krank, der Sohn vertrat sie beim Austragen der Lünepost. Dann geschah die schreckliche Bluttat im Lüneburger Rosenkamp: Am 1. April dieses Jahres soll Austräger Kristian G. (42) im Streit um die Zustellung des kostenlosen Anzeigenblattes einen 51-jährigen Leser mit einem Küchenmesser niedergestochen haben. Das Opfer starb im Lüneburger Klinikum an den Stichverletzungen.

Seit Donnerstag muss sich G. vor der 4. Großen Strafkammer des Landgerichts Lüneburg verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 42-Jährigen einen heimtückischen Mord aus niederen Beweggründen vor.

Zu Beginn des Prozesses wurde der 23-jährige Sohn des Opfers befragt. Er gab an, beobachtet zu haben, wie sein Vater mit dem Austräger in Streit geraten sei. Erst sei G. mit dem Fahrrad am Grundstück der Familie vorbeigefahren und habe den Wunsch des Vaters nach Zustellung der Lünepost abgewiesen. Da sei es schon zu gegenseitigen Beleidigungen gekommen. Später sei der Austräger zurückgekehrt, der Streit wäre neu entbrannt und eskaliert. Sein Vater habe eine Zeitung aus der Fahrrad-Packtasche entreißen wollen.

Der Austräger habe plötzlich ein Messer in der Hand gehabt und mehrfach zugestochen.
Der Sohn berichtete, er habe die Tat aus seinem Zimmer im ersten Stock beobachtet. Er sei dem Vater zur Hilfe geeilt, habe dem Austräger das Messer aus der Hand geschlagen und dem Täter schließlich am Boden die Luft abgedrückt, bis die Polizei gekommen sei und den Mann festgenommen habe.

Das Gericht sucht nach einem Tat-Motiv. In einer ersten Befragung nach der Tat hatte der Sohn angegeben, sein Vater und der Austräger hätten schon Wochen vorher Streit wegen der Zustellung gehabt. Und laut Polizeiermittlungen habe bereits die Mutter des Austrägers mit der Familie des Opfers Zwist wegen der Zustellung gehabt.

Am Montag, 16. Oktober, wird der Prozess vor dem Lüneburger Landgericht fortgesetzt.