Tankstelle in Brietlingen: Überfall war vorgetäuscht

Der Tatort: Aus der Kasse dieser Tankstelle in Brietlingen wurden am 19. April dieses Jahres Hunderte Euro gestohlen. Der vermeintliche Raubüberfall entpuppte sich jetzt als Täuschungsmanöver. Foto: sst

Brietlingen. Nach dem vermeintlichen Überfall auf eine Tankstelle an der B 209 in Brietlingen im April dieses Jahres (LP berichtete) nahmen die Ermittlungen eine überraschende Wendung.
Unmittelbar nach der angezeigten Tat hieß es, ein Räuber sei mit einem Messer bewaffnet in den Verkaufsraum der Tankstelle gestürmt, habe den 18 Jahre alten Angestellten bedroht und schließlich mehrere Hundert Euro Bargeld erbeutet. Dann sei er mit einem Fahrrad geflüchtet.

Doch anscheinend war alles ganz anders. Das ergaben jetzt die Ermittlungen der Polizei.

Von Anfang an habe es seitens der Beamten Zweifel an dem Ablauf des „Überfalls“ gegeben. „Aus der Bevölkerung gingen auch einige Hinweise ein“, sagt Polizeisprecherin Antje Freudenberg, „eine heiße Spur war jedoch nicht dabei.“

Nach derzeitigem Stand war die Tat sehr wahrscheinlich nur vorgetäuscht worden! „Es besteht der dringende Verdacht, dass drei junge Männer im Alter von 18 bis 21 Jahren an der Tat beteiligt waren“, so Freudenberg weiter, „darunter auch der betroffene Angestellte der Tankstelle.“

Der konnte selbst noch nicht verhört werden, einer seiner mutmaßlichen Komplizen legte jedoch bereits ein umfassendes Geständnis ab.

Wegen der Überwachungskameras konnte der 18-Jährige nicht einfach so in die Kasse greifen. Dann wäre er als Dieb aufgeflogen. Um an das Geld zu gelangen, überlegte sich das Trio offenbar, einen Überfall vorzuspielen, um den Verdacht von dem Angestellten abzulenken.

Der Vorwurf gegen die drei jungen Männer lautet auf besonders schweren Fall des Diebstahls. Die Ermittlungen laufen noch.