Tierschicksal: Miau!
Wer gibt uns ein neues Zuhause?

Neues Tier-Drama in Radbruch. Im April hatte die LÜNEPOST über das traurige Schicksal des vierjährigen Dackels Quintus berichtet. Sein Frauchen war verstorben. Der Sohn bat die LÜNEPOST um Hilfe, weil er sich aus beruflichen Gründen nicht um den Hund kümmern konnte. Viele Leser halfen mit, Quintus ist heute in guten Händen und wieder glücklich.

Doch die verstorbene Radbrucherin hat nicht nur den Hund hinterlassen, sondern auch neun Katzen. Die Tiere versammelten sich mehrmals täglich auf der Terrasse der Verstorbenen – und warteten vergeblich auf ihr Futter. So streunten sie verstört, hilfl os und hungernd durch Radbruch und über den Friedhof – immer auf der Suche nach etwas Nahrung und Zuwendung.

Zum Glück gab es tierliebe Nachbarn. Die wurden auf das Schicksal der Katzen aufmerksam, fütterten sie. Doch das war kein Dauerzustand. Die LÜNEPOST bat Selina Martens, Leiterin des Lüneburger Tierheims, um Hilfe. Und die sagte sofort Unterstützung zu.

In Absprache mit den fürsorglichen Nachbarn planten sie und Tierpfl egerin Sandra Wenglews ki eine Einfangaktion. Kontrollierte Fütterungszeiten wurden organisiert, Katzenfangkörbe aufgestellt. Weil die Tierschützer darauf achten mussten, ob sich unter den Katzen neben Shiva noch weitere säugende Muttertiere befi nden, wurde jedes eingefangene Tier vor Ort gründlich begutachtet. „Zum Glück waren keine weiteren säugenden Weibchen dabei“, sagt Sandra Wenglewski.

Mittlerweile haben neun Katzen aus Radbruch im Lüneburger Tierheim ein Übergangslager gefunden. Sie werden dort liebevoll umhegt und bestens versorgt. Davon konnte sich die LÜNEPOST bei einem Besuch überzeugen.

Montagmorgen im Tierheim: Neugierig erforscht der kleine Zorro (Foto), erst vier Wochen alt, jeden Winkel der Katzenquarantäne-Station im Lüneburger Tierheim. Doch Zorros Erkundungsgänge werden von seiner wachsamen Mama Shiva sofort beendet, wenn ein Tierheim-Mitarbeiter den Raum betritt. Dann zieht Shiva ihr Baby schützend an sich.

In einem Freigehege für Katzen, die den Menschen noch nicht zugewandt sind, erholen sich Bobby, Robby, Coro, Kerali, Shina und Fred von den Strapazen der Vergangenheit. In einem anderen Gehege sitzt Eigenbrötler Zampano. Um seine Gesundheit machen sich die Tierpfleger Sorgen. Denn nach seiner Rettung stellten Tierärzte bei Zampano eine vereiterte Wunde fest. Es wird einige Zeit dauern, bis die alleingelassenen und verängstigten Katzen aus Radbruch neues Vertrauen zu Menschen aufbauen. Doch ihr Kampf ums Überleben ist vorbei und die Weichen für ein sicheres Leben sind gestellt.

Der unermüdliche Einsatz tierlieber Menschen in Radbruch hat gezeigt, dass die Probleme freilebender Katzen sehr wohl gelöst werden können – zum Wohle der Tiere.

Die Helfer aus Radbruch, die anonym bleiben möchten, sind vom Engagement des Lüneburger Tierheims begeistert: „Wir möchten uns ganz herzlich bei Frau Martens und Frau Wenglewski für die grandiose Zusammenarbeit bedanken. Ihr habt den Tieren eine Chance gegeben, danke!“

Mittlerweile wurden die Radbrucher Katzen tierärztlich untersucht, behandelt und kastriert. Wer Shiva, Baby Zorro oder den Angsthasen Zampano, Bobby, Robby, Coro, Kerali, Shina und Klein Fred ein sorgenfreies Leben schenken möchte, kann sich zu den Telefonzeiten zwischen 11 und 12 Uhr unter ☎ (04131) 8 24 24 im Lüneburger Tierheim informieren. Wer hat ein Herz für die Katzen?