Hamburg. Trotz des schlechten Wetters machten sich am Samstag Tausende aus ganz Europa auf den Weg, um in Hamburg gegen die skandalösen Zustände im Tierversuchslabor von LPT in Mienenbüttel im Nachbarlandkreis Harburg zu protestieren.

Erwartet wurden 10.000 Demonstranten, tatsächlich waren es nach Angaben des der Veranstalter um Friedrich Mülln von der Soko Tierschutz zwischen 14.000 und 20.000 Menschen. Auch viele Lüneburger machten sich auf den Weg, wie die Tina Scholz mit Mitgliedern vom Tierschutzverein und vom Tierheim oder Simone Steinbrenner, die Tier-Expertin von der Lünepost.

Am Rande der Demonstration hatte sie Gelegenheit, um ein paar Worte mit Friedrich Mülln, dem Vorsitzenden der SOKO Tierschutz zu sprechen. Die Organisation hatte einen Mitarbeiter ins Labor eingeschleust, schockierende Videoaufnahmen veröffentlicht und damit wohl das Ende der Einrichtung eingeleitet.

Denn nach übereinstimmenden Medienberichten scheint das Aus für LPT in Mienenbüttel besiegelt. 2020 könnte das Institut geschlossen werden. Pharmakonzern Merck, für den zuletzt Versuche mit Hunden unternommen worden waren, kündigte an, die Versuchsreihe vorzeitig enden zu lassen. Eine Unternehmenssprecherin: „Merck beabsichtigt eine Änderung des entsprechenden Prüfplans, die zu einer früheren Beendigung seiner letzten offenen Studie bei LPT in Mienenbüttel bereits Mitte Dezember 2019 führen würde. Zur Klärung der rechtlichen Fragen ist Merck in Kontakt mit den zuständigen Behörden. Das Unternehmen plant, die verbliebenen Hunde in seine Obhut zu nehmen und mit anerkannten Organisationen für eine angemessene Unterbringung zu sorgen.“

In dem Labor lebten zuletzt nach NDR-Angaben 200 Beagle, 140 Affen und 50 Katzen unter teils skandalösen Verhältnissen. Was aus den Tieren werden soll, ist unklar.

Anmerkung: In einer früheren Version des Artikels stand, dass für das Unternehmen Merck Versuche mit Affen vorgenommen werden. Das war falsch.