Lüneburg/Adendorf. Die Corona-Pandemie hat den Sport in der Region weitgehend lahmgelegt. Nur noch individuell können sich die Amateursportler und -sportlerinnen fit halten. Es gibt aber auch Vereine, die wie Wirtschaftsunternehmen laufende Kosten haben und auf Einnahmen angewiesen sind – wie die SVG Lüneburg mit ihren Bundesliga-Volleyballern, Fußball-Regionalligist Lüneburger SK und den Adendorfer EC, das Eishockey-Aushängeschild der Region. Die LP sprach mit den Verantwortlichen über das turbulente Jahr 2020 und darüber, wie es weitergehen kann.

DER SPORT
Die Geschichte ist beim AEC am schnellsten erzählt: Eine defekte Halle, Insolvenzverfahren, Corona – seit anderthalb Jahren haben die Heidschnucken kein Pflichtspiel mehr bestritten. Nur eine Handvoll Test­duelle gab es dieses Jahr – mit ernüchternden Ergebnissen. „Mehr konnte man nach so langer Zeit aber auch nicht erwarten“, ist AEC-Boss Finn Sonntag ehrlich. Die aktuelle Saison wurde Corona-bedingt noch gar nicht angepfiffen. „Ich glaube nicht, dass sie überhaupt noch startet“, meint Sonntag. Er plant jetzt schon für die nächste Spielzeit und rechnet mit dem Kader, der für diese Saison geplant war. Auch von den ausländischen Spielern, die längst wieder in der Heimat sind, hätte der Großteil positive Signale gesendet – oder gleich Gepäck in Adendorf gelassen. Außerdem laufen Gespräche, um talentierte junge Spieler in Zukunft leichter nach Adendorf zu locken, indem man ihnen Ausbildungsplätze in der Region anbieten kann.

Nachdem die Fußball-Saison 2019/20 abgebrochen wurde, ging es für den Lüneburger SK erst im Sommer so richtig los. „Wir sind dann grandios in die aktuelle Serie gestartet“, freut sich LSK-Präsident Sebastian Becker, „leider hat uns in den letzten Wochen vorm erneuten Lockdown eine unglaubliche Verletzten-Misere erwischt.“ Ohne die zahlreichen Ausfälle wichtiger Spieler wäre vielleicht noch mehr drin gewesen als der aktuelle Platz 8. „Das Team hat sich super zusammengerauft. Grundsätzlich sind wir sehr zufrieden“, sagt Becker. Der LSK würde gern so schnell wie möglich wieder spielen. Wann das Sinn macht, steht aber noch in den Sternen.

Ähnlich zufrieden wie der LSK-Präsident ist auch SVG-Geschäftsführer Andreas Bahlburg mit seiner Bundesligatruppe. Die war mit tollen Siegen ins Jahr gestartet, dann aber mit dem Umzug in die Hamburger CU-Arena eingebrochen, ehe der Corona-Abbruch kam. Die aktuelle Saison ist bislang ein Auf und Ab: „Wichtiger als der Tabellenplatz ist die Entwicklung der Spieler“, betont Bahlburg. Besonders Zuspieler Hannes Gerken, der aus der zweiten Mannschaft aufgerückt war, hat überrascht. „Aber auch Florian Krage und Konrad Thole, die zum Perspektivkader der Nationalmannschaft zählen, machen das momentan sehr gut.“ Außerdem ist die Blockarbeit spitze und mit Jordan Ewert hat die SVG einen der Top­scorer in ihren Reihen.

Was Bahlburg, Becker und Sonntag zu den Fans, den Finanzen und ihren Spielstätten sagen, steht in der LP vom 28. Dezember oder im E-Paper.