Lüneburg/Berlin. Bevor am Wochenende das erste – und voraussichtlich einzige – richtige Triathlon-Rennen in der 2. Bundesliga Nord für das Damen-Team des RSC Lüneburg ansteht, hat Kapitänin Antonia Koch (20) noch einmal ordentlich Selbstbewusstsein getankt. Am Samstag gewann sie beim Berlin-Triathlon auf der Mitteldistanz. Das ist ein halber Ironman mit 1,9 Kilometer schwimmen, 88 Kilometer auf dem Fahrrad und 21 Kilometer laufen.

„Eigentlich wollte ich erst nach dem Bundesliga-Rennen auf die Mitteldistanz“, sagt Antonia Koch, „die Veranstaltung wurde aber abgesagt.“ Weil sie wie viele andere Triathleten in diesem Jahr noch gar kein richtiges Wettkampf-Erlebnis hatte, Trainings- und vereinsinterne Rennen ausgenommen, meldete sich die 20-Jährige kurzerhand in Berlin an.

„Mein Ziel war, schnell zu schwimmen, auf dem Rad solide durchzuhalten und beim Laufen mal zu schauen, was noch geht“, erklärt Antonia Koch, „ich wollte mich vor dem Bundesliga-Rennen schließlich nicht komplett abschießen.“

Dass sie nach 4:21:08 Stunden die schnellste Frau im Feld sein würde, war nicht geplant:

„Beim Schwimmen war ich relativ alleine, habe erst später noch fünf, sechs andere vor mir gesehen“, erzählt die Triathletin, „da waren aber auch Staffeln dabei.“ Als sie aufs Rad stieg, war schon mehr los. Aber auch hier: viele Männer, einige Staffeln. „Ich konnte nicht wirklich einschätzen, wo ich im Feld der Frauen liege“, meint die Lüneburgerin.

Als sie vom Rad stieg, gab es dann die große Überraschung: „Da bekam ich erst mit, dass ich Gesamt-Dritte war – also schnellste Frau und sogar schneller als die meisten Männer.“ Rund zehn Minuten hatte sie Vorsprung vor der zweiten Frau. Die ersten fünf Kilometer hielt Antonia Koch beim Laufen noch mit Männern mit, die später Dritter und Vierter wurden. Dann musste sie abreißen lassen. Ihre Verfolgerin kam noch einmal bis auf 3:52 Minuten Rückstand heran, konnte die Lüneburgerin aber nicht mehr einholen. Von den knapp 140 Männern im Rennen waren nur zehn schneller als die RSC-Athletin.

„Ich bin jetzt richtig motiviert fürs Bundesliga-Rennen“, sagt sie. Dafür geht‘s zurück in Richtung Berlin, denn in Erkner vor den Toren der Hauptstadt steigt am Sonntag, 13. September, der Bundesliga-Triathlon.

Mehr dazu steht in der LP vom 9. September 2020.