Verurteilt: Falscher Arzt muss hinter Gitter

Völlig vermummt: Hinter Schal und Kapuze seiner Jacke versteckte alte Angeklagte sein Gesicht, als er am Donnerstag, 8. Februar, in den Gerichtssaal geführt wurde. Foto: t&w

Lüneburg. So schnell wird sich dieser junge Mann nicht wieder einen weißen Kittel überziehen und als Arzt ausgeben können: „Der 30 Jahre alte Angeklagte ist durch das Schöffengericht des Amtsgerichts Lüneburg am Donnerstag des Missbrauchs einer Berufsbezeichnung, der gefährlichen Körperverletzung sowie der Hehlerei schuldig gesprochen worden“, erklärt Dr. Bernd Gütschow, Sprecher des Lüneburger Amtsgerichts.

Der Angeklagte hatte 2015 mehrfach vorgegeben, er sei Anästhesist, und hatte u. a. einer Frau eine Spritze gesetzt (LP berichtete).

Vor Gericht bekannte er sich schuldig, ließ seinen Anwalt eine entsprechende Erklärung abgeben. Als Grund für das Schlüpfen in die Arztrolle gab der gebürtige Soltauer an, er habe sich so mehr Chancen bei den Frauen ausgerechnet.

Das Flirten fällt aber nun erst mal aus, denn der 30-Jährige wandert hinter Gitter:

„Er ist unter Einbeziehung einer früheren Freiheitsstrafe zu einer Gesamt­freiheitsstrafe von drei Jahren und vier Monaten verurteilt worden“, erklärt der Gerichtssprecher. Das Urteil sei jedoch noch nicht rechtskräftig. Neben dieser Strafe muss der 30-Jährige aus anderen Verurteilungen auch noch ein Jahr und neun Monate absitzen.