Lüneburg. Mehrfach klingelte in den vergangenen Wochen das Telefon in der Lünepost-Redaktion. LP-Tier-Expertin Simone Steinbrenner merkte schnell, dass die Tierschützer dringend Hilfe brauchten. Immer wieder bekamen sie mit, wie sich Kurpark-Besucher um eine junge Kanadagans sorgten, deren linker Flügel herunterhängt, vom Körper merkwürdig absteht.

Seit den ersten Anrufen ist die LP-Mitarbeiterin regelmäßig im Kurpark und hält Ausschau nach der gesuchten Kanadagans. Denn die Expertin kennt sie schon seit sie ein etwa ein Wochen altes Küken ist. Damals war die Reporterin beeindruckt von dem idyllischen Bild: Zwischen viele Enten und Blesshühnern tummelte sich ein Kanadagans-Pärchen mit seinem sechsköpfigem Nachwuchs. Eines der Küken ist die Gans, die heute mit ihrem Flügel für Aufsehen sorgt.

Die LP-Mitarbeiterin kennt das Phänomen des „abgeknickten“ Flügels. Sie hatte in der Vergangenheit häufig mit verletzten oder kranken Vögeln zu tun. „Bei Gänsen, Schwänen und auch Enten, die einen verdrehten Flügel haben, kann es sich um einen so genannten ‚Kippflügel‘ handeln“, meint sie und ergänzt: „Eine Ursache für diese Art von Erkrankungen kann zurück bis ins Kükenalter führen.“

Oftmals wachsen bei Vögeln mit Kippflügel die Federn am Flügel im Vergleich zum Flügelknochen zu schnell und es kommt dann zu einer „Verkippung“. Leider sind Vögel, die einen Kippflügel haben, flugunfähig, weil ein Teil ihrer langen Federn nach außen steht.

Immer wieder glauben Tierfreunde, man müsse die Kanandagans einfangen und den Vogel in eine spezielle Auffangstation bringen. Tierärztin Dr. Urte Inkmann vom Tiergesundheits-Zentrum Oerzen rät vorerst nicht zu solchen Aktionen.

Mehr über die Kurpark-Gans mit dem Kippflügel ist in der LÜNEPOST-Mittwochausgabe zu lesen.