Was passiert mit den Hamburg European Open?

Hamburg. Ganz gleich, ob bei den lokalen Sportvereinen wie dem TSV Radbruch oder im internationalen Format bei den Hamburg European Open – das traditionelle Spiel mit Ball und Schläger ist bei uns im Norden äußerst beliebt. Mit den Hamburg Open richtet die Hansestadt sogar ein Turnier von internationalem Spitzenformat aus. Auch wenn der Status des Meetings in den vergangenen Jahren etwas herabgestuft wurde, kommen Jahr für Jahr immer noch die Größen des internationalen Tenniszirkus nach Hamburg. Vom 11. bis 19. Juli 2020 ist es wieder soweit. Wir werfen einen Blick auf die Geschichte und den aktuellen Stellenwert der Hamburg European Open.

Vom Traditionsturnier zum Zuschauermagneten

Die „Internationale Deutsche Meisterschaft im Tennis“ fand erstmals 1892 statt, was sie vom Alter her in eine Reihe mit den renommierten Grand-Slam-Turnieren stellt. Ab 1894 wurde das Turnier an dem bis heute bekannten Rothenbaum ausgespielt. Mit den Erfolgen von Boris Becker und Michael Stich entstand in den 1980er Jahren ein wahrer Tennisboom in Deutschland, der sich auch auf das Hamburger Tennisturnier auswirkte. So wurde die Tennisanlage am Rothenbaum 1980 grundlegend umgebaut und modernisiert. Im gleichen Jahr erreichte man eine Rekordzuschauerzahl von 67.000 Besuchern, welche in den kommenden Jahren weiterhin steigen sollte. Bis zum ersten Sieg eines Deutschen in der „Neuzeit“ mussten sich die Fans aber noch ein paar Jahre gedulden. Erst 1993 triumphierte Michael Stich im Finale über den Russen Andrei Tschesnokow.

Die Hochphase des Masters in Hamburg

In den 1980er und 90er Jahren stieg die Bedeutung der Hamburg European Open parallel zu den Zuschauerzahlen. Gleiches galt für die Preisgelder, die 1990 erstmals die Millionenmarke übertrafen. 1997 wurde der Center Court des Rothenbaums auf 13.200 Plätze ausgebaut, auch ein mobiles Dach wurde installiert. Ab 1999 gehörte es dann der neuen Masters-Serie und zählte somit zu den Top-Turnieren der ATP-Tour. So war das Meeting in diesen Jahren stets mit den größten Spielern gespickt. Der Schweizer Roger Federer gewann das Turnier in den Jahren 2002 bis 2007 gleich viermal. Unvergessen bleibt auch das Finale der Hamburg European Open 2007 zwischen Federer und dem jungen Rafael Nadal. Während sich 2007 noch der Schweizer durchsetzte, gewann der Spanier das Rematch im kommenden Jahr. Damals galt das Turnier noch als Vorbereitung auf die French Open, wo Nadal als Sandkönig bis heute stets zu den Favoriten zählt. Auch in diesem Jahr wird er bei den Tennis Wetten mit einer Quote von 1,83 als haushoher Favorit im Roland Garros gehandelt.

Die Hamburg Open im 21. Jahrhundert

Ende der 1990er begann der Tennisboom in Deutschland abzuflauen, wovon auch die Hamburg European Open nicht unbeeinflusst blieben. Das zurückgehende Zuschauerinteresse sowie ausbleibende Fernsehgelder kollidierten mit den enormen Ausgaben, die für die Modernisierung der Anlage ausgegeben wurden. 2009 verlor das Turnier seinen Masters-Status und wurde stattdessen der ATP 500 Series hinzugefügt. Auch wenn in den folgenden Jahren noch große Namen auf am Rothenbaum zu sehen waren, geriet das Turnier in finanzielle Schwierigkeiten.

Dominic Thiem gibt sich 2020 die Ehre

Dennoch werden auch dieses Jahr wieder einige Stars bei den Hamburg European Open erwartet. Der größte bisher bestätigte Name ist wohl zweifelsfrei Dominic Thiem. Der Österreicher erreichte im Januar sein erstes Australian Open Finale und bot hier Novak Djokovic einen großen Kampf. Zuvor setzte er sich in Down Under unter anderem gegen Rafael Nadal und Alexander Zverev durch. Derzeit belegt er den vierten Platz in der Weltrangliste und gehört somit zu den absoluten Spitzenspielern. Mit Jan-Lennard Struff ist außerdem schon ein deutscher Top-35 Spieler angemeldet.

Die Fans in und um Hamburg dürfen sich auf jeden Fall auf ein tolles ATP-Turnier freuen.