Wenn Freunde quer denken

Mit Behauptungen wie dieser zogen Corona-Skeptiker auch schon durch die Lüneburger Innenstadt. Foto: phs

Je länger die Corona-Pandemie dauert und je ratloser die Politiker agieren, desto größer wird die Zahl der Corona-Skeptiker und desto wirrer werden deren Theorien. Immer wieder gehen irgendwo im Land Tausende auf die Straßen, um gegen Maskenpflicht und „Lockdowns Light“, gegen die Beschneidung von Grundrechten und eine angeblich drohende Impfpflicht zu demons­trieren.

Umstrittene Kritiker der Maßnahmen, wie der jüngst in Lüneburg aufgetretene Dr. Bodo Schiffmann oder Vegan-Koch Attila Hildmann, werden zu regelrechten Stars in der Szene. Angesehene Virologen wie Dr. Christian Drosten hingegen tragen die Verschwörungstheoretiker auf selbstgemalten Fahndungsplakaten bei den Demos vor sich her.

Ob in persönlichen Gesprächen oder in sozialen Medien wie Facebook – mittlerweile hat wohl jeder schon Mitglieder seines Bekanntenkreises als Coronaleugner ausgemacht. Doch wie entgegnet man ihnen? Was macht man, wenn enge Freunden plötzlich Microsoft-Gründer Bill Gates als Vater allen Übels ausmachen? Oder wenn sie glauben, durch das Virus solle eine neue Weltordnung geschaffen werden?

Darüber sprach die Lünepost mit Psychologen und mit der Polizei. Dabei waren sich nicht alle Experten einig. So zeigte sich der Psychotherapeut Dogan Firtina überzeugt, dass sich ein Gespräch über die Sache meist nicht lohne. Dass man es versuchen sollte, besonders, wenn es sich um nahe Angehörige oder enge Freunde handelt, fanden Dr. Marc Burlon, Ärztlicher Direktor der Psychiatrischen Klinik Lüneburg, und Arne Schmidt von der Polizeiinspektion. Mehr dazu lesen Sie in der Lünepost vom 18. November 2020.