Lüneburg. Diese Personalie hat Lüneburgs Obermeisterin Claudia Kalisch und den Rat viel Zeit und mindestens genau so viele Nerven gekostet: Nach dem Weggang von Sozialdezernentin Pia Steinrücke wurde mit einem Headhunter und einer Findungskommission aus Mitgliedern der Ratsparteien eine Nachfolge gesucht. Als man sich auf eine Kandidatin geeinigt hatte, sprang diese jedoch wieder ab.
Nun hat Kalisch im zweiten Anlauf einen Kandidaten gefunden – und steht dafür in der Kritik: Denn sie entschied wohl im Alleingang, dass Florian Forster der beste Mann für die Leitung des 800 Mitarbeiter starken Sozialdezernats sei. Die SPD beklagt nun, dass die OB die Findungskommission umgangen habe. „Sie hat das Vorschlagsrecht, sich aber nicht an die Absprachen gehalten“, sagt Robert Strade, Fraktions­geschäftsführer der SPD. Die Bewerbungsunterlagen oder auch nur einen Lebenslauf Forsters hätten die Mitglieder der Kommission nie zu sehen bekommen. Zudem sorgt die fachliche Eignung des Favoriten für Kritik: „Der nun vorgestellte Bewerber erfüllt mehrere der vom Rat beschlossenen Ausschreibungskriterien nicht“, bemängelt Fraktionsvorsitzende Andrea Schröder-Ehlers.
Am Donnerstag ist die Personalie Thema im Rat. Die Lünepost stellt heute, 14. September, im Blatt den Kandidaten vor, der schon jetzt für Diskussionen sorgt.