Wer profitiert von Altkleiderspenden?

Kommerz-Container: An der Bahnhofstraße in Embsen sammeln die Firma East-West Kursun (l.) aus Langen-Debstedt, die Firma Re-Textil aus Polch für die Malteser und ein nicht näher genanntes Unternehmen für die DLRG Niedersachsen. Entgegen dem Aufdruck auf dem Container sind hier keine Infos auf der angegebenen Internetseite zu finden. Foto: sst

Lüneburg. Wohin mit meinen Klamotten? Diese Frage werden sich wieder viele stellen, wenn sie beim anstehenden Frühjahrsputz den überquellenden Kleiderschrank durchforsten. Meist wird aus der Mode Geratenes aussortiert, in Säcke gestopft und im nächsten Altkleidercontainer versenkt. Denn so landet nicht mehr Gewolltes bei Bedürftigen in aller Welt.

Aber ist das wirklich der Fall? Die Antwort lautet: Jein!

Rund zwölf Kilo Altkleider entsorgt jeder Deutsche im Schnitt pro Jahr. Der Großteil landet in den rund 120.000 Containern im Land. Viele davon hat das Deutsche Rote Kreuz (DRK) aufgestellt, andere kirchliche Hilfsorganisationen wie die Caritas. Dann gibt es noch viele Sammel­boxen von kommerziellen Unternehmen, die ihre Container mit den Namen von karitativen Organisationen beklebt haben.

Diese stellen ihr Logo den Sammlern gegen Bezahlung zur Verfügung, sie haben aber keinen Einfluss auf die Verwertung der Textilien. Auch illegale Container gibt es, von denen niemand die Betreiber kennt. Diese stehen meist auf Privatgrundstücken wie Supermarkt­parkplätzen.
In Lüneburg muss seit 2012 jeder, der Altkleider in Containern sammeln will, dieses bei der Stadt ankündigen.

Das laufe mit den meisten Anbietern „größtenteils gut“, sagt Stadtsprecherin Suzanne Moenck:

„Insgesamt haben 37 Firmen bei der Hansestadt je einen oder mehrere Container angezeigt. 65 angezeigte Altkleider-Container stehen auf öffentlichem Raum und haben hierfür eine Sondernutzungserlaubnis.“

Mehr dazu steht in der LP vom 3./4. Februar 2018.