Wie gefährlich ist der Wolf?

Landkreis. Im Jahr 1904 wurde der letzte deutsche Wolf erschossen. Seit dem Jahr 2000 sind die Tiere wieder da. Rund 70 Rudel leben derzeit in Deutschland. Die Wölfe haben zwischen 2002 und 2015 hier rund 2000 Nutztiere gerissen, vor allem Schafe.
Kann der Wolf auch dem Menschen gefährlich werden? Naturschützer wiegeln ab: Der Wolf sei menschenscheu, ergreife die Flucht.

Doch ein Fall in Griechenland sorgt jetzt für Angst: Dort wurde am 21. September eine Engländerin (64) von Wölfen getötet und aufgefressen. Die Frau wanderte in einem dicht bewaldeten Gebiet zwischen Komotini und Maronia, unweit der bulgarischen und türkischen Grenze. Dann griffen die Wölfe an. Die Touristin rief noch während der Attacke bei Verwandten in England an. Die alarmierten sofort Retter in Griechenland. Doch jede Hilfe kam zu spät. Der Rettungstrupp fand nur noch die abgenagten Knochen der Frau im Versteck der Wölfe.

Spätestens jetzt fragen sich viele: Kann so etwas auch in Deutschland passieren?

Tatsache ist: Zwischen 1950 und 2000 hat es in Europa 59 Angriffe von Wölfen auf Menschen gegeben. Dabei gab es neun Tote. In Deutschland ist seit der Wiederkehr des Wolfs noch keine Attacke auf Menschen registriert. Das hat sicher auch damit zu tun, dass Deutschland seit 2008 tollwutfrei ist. Denn als angriffslustig gelten vor allem tollwutkranke Wölfe.

Es bleibt die Frage: Können Wölfe und Menschen zusammen leben? Oder müssen Jäger die Tiere gezielt abschießen, zumindest aber durch Beschuss abschrecken?

Die Lünepost sprach mit Torsten Broder. Er kennt die Argumente beider Seiten. Denn Broder war lange Vorsitzender der Lüneburger Jägerschaft, kandidiert jetzt als Kreis-Naturschutzbeauftragter. Er spricht in der Ausgabe vom 4. Oktober über den Wolf, auch über Waschbären und Marderhunde in unseren Wäldern.