Spannendes Uni-Projekt: Wie klingt unser Sport?

Sportler gesucht: Projektleiterin Marina Sahnwaldt und Max Sellmer suchen Freiwillige, die ihre Sportart in der Lüneburger Campus-Sporthalle vorführen, um deren Geräusche für ein Musikprojekt zu sammeln. Foto: Klangsport/Sahnwaldt

Lüneburg. Wer hört schon so genau hin beim Fußball, Weitsprung oder Langlauf, ob die Geräusche eher einen Dreiviertel- oder Viervierteltakt haben? Marina Sahnwaldt tut das. Die Studentin der Lüneburger Leuphana-Uni sammelt für das Projekt „Klangsport“ Tonaufnahmen von regelmäßigen Sportbewegungen – und aus diesen Klängen sollen Musiker neue Werke kreieren.

Noch steht das Projekt am Anfang. „Wir haben schon acht Sportarten aus der Leichtathletik in einer Hamburger Sporthalle aufgenommen“, sagt Marina Sahnwaldt, mehr sei im Klangpool aber noch nicht vorhanden.

Das soll sich am Sonntag, 10. September, ändern:

„Dann sammeln wir Geräusche von verschiedenen Disziplinen aus dem Hallensport“, erklärt die künstlerische Leiterin des Projekts. Das bedeutet: Jeder, der einen Hallensport betreibt, kann mitmachen. Einfach um 17 Uhr in die Sporthalle (Gebäude 20) auf dem Lüneburger Uni-Campus an der Scharnhorststraße kommen.

„Tontechniker verkabeln dann die Halle mit einem sehr speziellen Verfahren“, so Marina Sahnwaldt, „und es werden Videoaufnahmen vorbereitet, damit die Komponisten später nachvollziehen können, wie das Geräusch zustande gekommen ist.“

Dann legen die Sportler nacheinander los. Dabei geht es vor allem um Bewegungsabläufe, die in dem jeweiligen Sport immer gleich trainiert werden. „Das kann der Aufschlag beim Tennis, ein Eckstoß beim Fußball oder ein Korbleger beim Basketball sein“, meint die Studentin, die aber vorab mit jedem Teilnehmer bespricht, was sich besonders eignet.

Was daraus werden kann, hat bereits ein Musiker gezeigt: „Stefan Leisegold hat die Schritte eines Weitspringers geloopt, also in eine Endlosschleife gelegt“, verrät Marina Sahnwaldt, „dann hat er eigene Klänge darübergelegt und so ist ein Jazz-Stück entstanden.

Klingt spannend, für die Lüneburger Studentin, die vor dem Studium als Regisseurin gearbeitet hat, sogar so spannend, dass sie nun Kunst und Wissenschaft zusammenbringt und über das Projekt ihre Masterarbeit schreiben wird:

„Als Initiatorin interessieren mich die musikalischen Parameter, die darin zu finden sind. Zum Beispiel baut die Umdrehung des Athleten beim Diskuswerfen auf einem Dreivierteltakt auf. Im Sport trägt diese Entdeckung vermutlich wenig Bedeutung, aber in der Musik ist damit einiges anzufangen. Für eine musikalische Annäherung an dieses Klangmaterial lade ich Musiker/-innen, Komponist/-innen und Sounddesigner/-innen ein, in der Datenbank zu recherchieren und Musik aus den Fundstücken zu entwickeln.“

Finaler Höhepunkt soll 2019 die Uraufführung von „Die Lautathleten“ sein, einem Werk für großes Ensemble, präparierte Instrumente und sportliche Videosequenzen.

Wer am Sonntag dabei sein will, sollte die Sportausrüstung mitbringen, die auch für Training oder Wettkampf gebraucht wird.

Infos gibt‘s unter kontakt@klangsport.de oder auf der Facebook-Seite. Weitere Termine, bei denen dann auch andere Sportarten gefragt sind, folgen.