Lüneburg. Um sich auf die Playoffs einzustimmen, bestreiten die Lüneburger SVG-Volleyballer ihre verbleibenden vier Bundesliga-Heimspiele auch diese Saison wieder in der Hamburger CU-Arena. Denn nach wie vor gilt die Ausnahmegenehmigung für die Reppenstedter Gellersenhalle nicht im Saisonendspurt.

Wenn es nach dem Klub und Geschäftsführer Andreas Bahlburg geht, wird es der letzte Umzug aus der kleinen in die große Hansestadt sein. Denn kommende Saison will man dann von der „Gellersenhölle“ direkt in die neue Arena Lüneburger Land wechseln, die derzeit an der Lüner Rennbahn entsteht.

Allerdings ist der Zeitrahmen dafür denkbar knapp. Im März müsste die SVG in der neuen Halle aufschlagen können, um wenigstens noch die letzten ein, zwei Saison-Heimspiele vor den Playoffs dort bestreiten zu können. Im März soll die Arena aber auch erst in Betrieb gehen. Da bleibt kaum Luft für weitere Verzögerungen.

„Die wird es auch nicht geben“, ist Lüneburgs Landrat Jens Böther optimistisch. Die Finanzierung stehe, betont er in einem Gespräch am Dienstagmorgen nach den Haushaltsverhandlungen im Kreistag. Zeitplan und Kostenrahmen werden eingehalten, ist Böther sicher.

Dennoch werden am Freitag, 31. Januar, die Fraktionen des Kreistags hinter verschlossenen Türen in der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Scharnebeck gemeinsam mit Landrat Böther diskutieren. Dabei geht es um den Betreibervertrag für die Arena. „Es gibt den Auftrag aus der Kreispolitik, die Möglichkeiten eines Vorsteuerabzugs und die Auswirkungen auf die Kosten zu prüfen“, erklärt Böther. Dazu müsse unter Umständen der Betrieb der Arena neu ausgeschrieben werden. Dabei gibt es bereits einen bestehenden Vertrag zwischen Landkreis und Campus Management.

Laut Landrat seien nicht nur die Steuern Grund für die neuerliche Beratung. Gefragt nach Unstimmigkeiten oder zumindest atmosphärischen Störungen mit Campus um Geschäftsführer Klaus Hoppe, versichert Böther: „Es hat nichts mit dem Vertrauen in den Vertragspartner zu tun.“ Ähnlich äußert sich auch Hoppe im Gespräch mit der Lünepost: „Das Vertrauen ist absolut gegeben.“

Dennoch könnte ein Ergebnis der geheimen Beratungen sein, den bestehenden Vertrag aufzulösen. Denn nur so könne das Ziel Vorsteuerabzug erreicht werden. Dann wäre die Arena zwar im März 2021 fertig und hätte mit einer noch zu gründenen „Landkreis GmbH“ auch einen Betreiber. Ob dann ein benötigter Dienstleister aber schon so weit ist, um z. B. die SVG-Spiele auszurichten, scheint fraglich. Auch ob eine in diesem Fall fällige Entschädigungszahlung an Campus mögliche Steuerersparnisse „auffressen“ könnte, muss erst noch geklärt werden.

„Wichtig ist uns, dass am Ende dasselbe Ergebnis steht: Wir wollen tolle Veranstaltungen und eine gute Versorgung der Besucher“, betont Landrat Böther. Er geht davon aus, dass die aktuelle Diskussion keine Auswirkung auf den Zeitplan hat – egal, wie sie ausfällt.

Dass es zumindest auf der Baustelle rund läuft, davon berichtete Projektsteuerer Ronald Wittkopf von Reese Baumanagement am Montag im Kreistag: „Wir haben für den Innenausbau wie Schlosser-, Estrich-. Innenputz- und Fliesenarbeiten fristgerecht zahlreiche Angebote erhalten. Diese werden nun ausgewertet. Wir liegen weiterhin im Zeitplan.“

Diese Hoffnung haben die SVG-Volleyballer auch beim Thema Arena-Betreiber …