Wirbel um #wirsindmehr

Sie sind viele: Mehrere hundert Gymnasiasten der Lüneburger Wilhelm-Raabe-Schule haben an der #wirsindmehr-Kampagne teilgenommen. Das „Wir“ betonen sie durch aus Schülern gebildete Großbuchstaben. Das Bild entstand bei einer Aktion der Unesco-Schulen, zu denen die Raabe-Schule gehört. Foto: wrs

Lüneburg. Zivilcourage, Eigeninitiative und Zusammenhalt sind Eigenschaften, die heute mehr denn je gefordert sind. An der Lüneburger Wilhelm-Raabe-Schule hat jetzt ein großer Teil der Schüler diese Eigenschaften in eindrucksvoller und zudem kreativer Weise demonstriert.

Im Rahmen der Kampagne #wirsindmehr, mit der im Internet Zigtausende vor allem nach den Vorfällen von Chemnitz gegen einen zunehmenden Rechtsruck in Deutschland protestieren, haben sich hunderte Raabe-Schüler auf dem Schulhof für ein beeindruckendes Gruppenbild formiert.

Doch die Reaktionen, die ihr Bild in sozialen Medien wie Facebook hervorrief, hätten die mutigen Schüler wohl nicht erwartet. Aus der rechten Ecke werden sie massiv attackiert.

Die Anfeindungen reichen von unterstellter Instrumentalisierung der Gymnasiasten über eine „Pflichtveranstaltung für alle Schüler egal ob diese sich an diesem linksfaschistischen Scheiß beteiligen wollten“ (Rechtschreibfehler des Users Derius Kuberius nicht korrigiert) und dem üblichen „Man kann doch seine Tochter abends nicht mehr alleine auf die Straße lassen“ (User Michael Nawenberg Riemann) bis zum geschmacklosen „ratatatata“, mit dem bei Facebook ein gewisser Siggismund Dijkstra wohl das Geräusch des Maschinengewehrs eines Schulhof­Attentäters beschreiben will.

Blitzschnell ist ein Facebook-Post der Landeszeitung mit dem Gruppenbild am Dienstag durchs Land gegangen. Aus Bayern, Hessen, Thüringen oder Mecklenburg-Vorpommern hagelte es binnen Minuten Kommentare. Stand Freitag, 21. September, wurde das Bild über 1000 Mal kommentiert, 29.000 User hatten es da bereits gesehen.

Mehr zum Thema steht in der LÜNEPOST vom 22./23. September 2018.