Lüneburg. Seit Donnerstag präsentiert der Circus Krone sein neues Programm „Mandana – Circuskunst neu geträumt“ auf den Lüneburger Sülzwiesen. 200 Menschen sind dafür mit 100 Tieren, 260 Wagen und 22 Zugmaschinen angereist. Die Lünepost will wissen: Wie sieht‘s hinter den Kulissen aus? Sie lässt sich durchs Dorf führen.

Am Pressewagen wartet bereits Pressesprecher Andreas Kielbassa (Foto). Er wirkt gar nicht so exotisch, wie man sich Zirkus-Mitarbeiter eigentlich vorstellt. „Ich habe 22 Jahre für die Raiffeisen im Erdinger Land gearbeitet“, lacht der 39-Jährige, „beim Zirkus bin ich erst seit drei Jahren.“ Ein Quereinsteiger.

Wie kam‘s? „Ich hatte schon immer diesen Zirkus-Spleen, und da dachte ich schließlich, wenn nicht jetzt, wann dann …“ Nun lebt er sieben Monate im Jahr im Wohnwagen. Nur in den Wintermonate ist der Circus Krone fest in München stationiert.

Der Platz in Lüneburg gefällt Kielbassa: „Es ist praktisch, dass wir hier Spiel- und Wohnstadt zusammen unterbringen können.“ Manchmal müssten Zirkuszelt und Stallungen auf einem Platz, Unterkünfte und Wagen auf einem anderen Platz stehen. „Wir pendeln dann mit Shuttles.“ Kleiner Wermutstropfen in Lüneburg: „Der Mobilfunk-Empfang ist nicht so toll.“ Ärgerlich für die Mitarbeiter aus zwölf Nationen.

Der Rundgang ums große Zelt, das den Mittelpunkt bildet, beginnt am Postwagen mit den vielen Briefkästen für die Künstler. „Post ist ein Problem, wenn man immer unterwegs ist“, erzählt Kielbassa, „wenn man etwas bestellt, muss man erstmal überlegen, wo man gerade ist, wenn das Paket voraussichtlich ankommt …“

Auch mit spontanen Arztbesuchen sei es nicht einfach: „Beim Hausarzt bekommt man normalerweise nur als Stammpatient einen Termin.“ Sie würden dann schon mal bei den örtlichen Journalisten anrufen, „um uns Tipps zu holen“.

Vorbei geht es an den Mitarbeitern der Sattlerei. Sie sorgen dafür, dass die riesige Zeltplane in gutem Zustand ist, außerdem pflegen und reparieren sie das Sattelzeug der Tiere. Und das ist nicht wenig: Allein vierzig Hengste stehen im luftigen Pferdezelt neben der Sattlerei. In der Nähe grasen Kamele, Lamas und Zebras. „Wer viel frisst, macht auch viel Mist“, kalauert Kielbassa und weist auf vier Containerwagen hin: Hierhinein kommt der gesamte Abfall und wird dann professionell regional entsorgt.

Mehr zum Blick hinter die Kulissen, zum Beispiel in die Küche und die Sattlerei, steht in der LÜNEPOST-Ausgabe vom Mittwoch.