Lüneburg. Es gehörte seit Jahren zu den liebgewonnenen Traditionen, dass man der Einladung der Sparkasse Lüneburg am Vorabend des Oktoberfests zünftig in Krachledernen und Dirndl folgte: „Die jungen Zillertaler“ (JuZis) waren bei der Sparkassen-Gaudi ebenso unverzichtbar wie die Schweinshaxe und das Bier in Maßkrügen.

Da das Oktoberfest und auch der Zillertaler-Abend im vergangenen Jahr bekanntlich nicht stattfinden konnten, hat sich die Sparkasse etwas Besonderes einfallen lassen. Die JuZis kommen in diesem Jahr einfach schon am 1. Juli nach Lüneburg – zur Eröffnung des „Kultursommers“ auf den Sülz­wiesen.

„Wir waren uns einig, dass wir in diesem Jahr eine coronakonforme Alternative brauchen“, erklärt Torsten Schrell, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse. „Daher freuen wir uns, dass wir nicht nur Sponsoring-Partner des Kultursommers sind, sondern mit unserem JuZi-Open-Air zur Vielfalt der Konzerte beitragen können.“ LP-Kolumnist und Musiker Ben Boles sprach mit JuZi-Frontmann Markus Unterladstätter „von Rampensau zu Rampensau“ über Rock ‘n‘ Roll, Volksmusik, besondere Highlights aus 27 Jahren JuZi-Karriere und die Liebe der Zillertaler zu Lüneburg.

LP: Markus, als „junge Zillertaler“, hättet Ihr da nicht viel mehr Bock auf Rock als auf Volksmusik?
Markus Unterladstätter: „Das eine schloss und schließt das andere ja nicht aus. Ich höre selber auch sehr gerne Bands wie AC/DC. Aber wir sind hier alle mit der Volksmusik aufgewachsen und tatsächlich mit Leib und Seele Volksmusiker. Wir als JuZis verbinden das Traditionelle aber auch immer wieder mit modernen Elementen und Sounds. Am Ende haben alle Genres ihre Daseinsberechtigung und in allen Stilrichtungen gibt es unglaublich viele handwerklich gute Musiker.“

Ihr seid jetzt seit 27 Jahren als JuZis erfolgreich. Gibt es besondere Highlights, an die Ihr Euch besonders gern erinnert?
„Wir spielen pro Jahr etwa 200 Shows. Da ist es natürlich schwer, einzelne Konzerte als Höhepunkte herauszupicken. Aber natürlich ist unser jährliches Heimatfestival im Zillertal vor 10–12.000 Fans eine Wahnsinnsgaudi und auch für uns immer wieder ein Gänsehaut-Erlebnis. Lüneburg zählt aber definitiv als unsere nördlichste ‚Fanbase‘ zu den Städten, zu denen wir ein ganz besonderes Verhältnis haben. Wir spielen dieses Jahr bereits zum 14. Mal hier – und was uns schon beim ersten Mal auffiel, war die große Offenheit und Freundlichkeit der Lüneburger. Alle waren total schnell mit uns ‚auf Du und Du‘. Das ist sehr ungewöhnlich – gerade im Norden Deutschlands. Wir kamen damals als Gäste und haben hier mittlerweile sehr viele wirklich gute Freunde und treue Fans.“

Ihr habt im vergangenen Jahr statt des großen Heimatfestivals ein eher kleines „Drive In“-Konzert auf einem Parkplatz gespielt. Wie war das für Euch?
„Wir wollten unseren Fans trotz Corona zumindest eine kleine Freude bereiten. Das war aufgrund der Auflagen und der örtlichen Begebenheiten gar nicht einfach. Unser Heimatdorf hat ja gerade einmal 700 Einwohner. Da war es schon eine Herausforderung, eine Parkfläche für 500 Autos vor der Bühne zu realisieren. Es war ein ungewohntes Erlebnis, aber auch ein großer Spaß. Wir sind sehr dankbar für alles, was wir schon erleben durften und für alles, was noch kommt. Und gerade in dieser Zeit für jedes Konzert.“

Wie machen sich die Lüneburger als „Heide-Flachland-Tiroler“ bei Euren Konzerten?
„Die machen sich sehr sehr gut. Die Zillertaler und die Lüneburger haben mehr gemeinsam, als man denkt. Beide sind sehr feierfreudig und lebenslustig. Wir hatten bei all unseren Auftritten hier immer richtig viel Spaß zusammen. Bei unserem Festival im Zillertal sind auch immer jede Menge Lüneburger Freunde dabei, die sich extra für uns auf den Weg dorthin machen. Und dann passieren einem so unglaubliche Sachen, dass ich von Lüneburgern auf dem Gipfel meines Hausbergs, dem Ebner-Joch, erkannt und begrüßt werde. Oder fernab auf einer kleinen Urlaubsinsel.“

Auf was dürfen sich die Lüneburger bei Eurem Kultursommer-Auftritt freuen?
„Erst einmal natürlich auf all unsere Hits. Ohne das ‚Fliegerlied, ‚Tannenzapfenzupfen‘ und ‚Sierra Madre‘ kein JuZi-Konzert. Wir haben fleißig geprobt und auch ein paar ganz neue Songs im Gepäck. Wir wollen und werden dafür sorgen, dass die Lüneburger alles Negative der letzten Monate für ein paar Stunden komplett vergessen. Des gibt einfach a Mordsgaudi!“

Übrigens: Anders als im Bayern-Festzelt beim Oktoberfest ist das Open-Air mit den JuZis kein exklusives Event für Giro-privileg-Kunden der Sparkasse Lüneburg. Tickets fürs Konzert beim Kultursommer gibt es für alle – auch im Servicecenter des Medienhaus Lüneburg, Am Sande 18, in Lüneburg.