Die SVG schlägt Arena-Alarm!

Von außen wirkte die Arena am Freitag fertig – innen warten die Arbeiter jedoch weiter auf dringend benötigte Bauteile. Luftbild: Michael Behns

Lüneburg. Beim Arena-Neubau ist immer noch kein Ende in Sicht. Mehrfach wurde der Eröffnungstermin verschoben, zuletzt weil immer noch Bauteile für die Haupt-Stromversorgung fehlen. Wie dramatisch die Hängepartie für den Hauptmieter der 3500-Zuschauer-Arena wirklich ist, das war vielen bisher nicht klar.

Jetzt schlug Volleyball-Bundesligist SVG Lüneburg Alarm: Unter der eigentlich harmlosen Überschrift „Herbst startet mit einem Rückschlag“ warnt der Klub auf seiner Webseite vor fatalen Folgen einer weiteren Verzögerung und pocht auf die Nutzung spätestens zum 5. November. Dann, so SVG-Boss Andreas Bahlburg, müsse der Klub spätestens in die Arena, um das Europacup-Debüt vorzubereiten. Spielverlegung oder Heimrechttausch mit dem Gegner aus Serbien seien unmöglich. Bahlburg: „Auch der Rückzug aus dem CEV-Cup ist keine Option. Das hätte eine Geldstrafe in fünfstelliger Höhe und einen Ausschluss aus den europäischen Wettbewerben für fünf Jahre zur Konsequenz.“ Neben der SVG würde auch die Liga bestraft: „Das hätte auch Folgen für die Bundesliga, die einen ihrer Startplätze verlieren würde. Der Imageschaden wäre für Volleyball-Deutschland enorm“, warnt der SVG-Geschäftsführer.

Die Lünepost konfrontierte Arena-Geschäftsführerin Sigrid Vossers mit dem Hilferuf der SVG. Sie nimmt nach Rücksprache mit Klaus Hoppe von Arena-Dienstleister Campus Management Stellung: „Wir alle, der Landkreis als Bauherr, die Betreibergesellschaft des Landkreises, der Dienstleister, der Gastronom, die SVG und andere Veranstalter leiden unter dem Verzug. Für alle hat er ökonomische Folgen“, heißt es in einem gemeinsamen Statement, „wir dürfen aber nicht vergessen, dass wir mit dem Zusammenbruch von Lieferketten unter den Folgen einer weltweiten Pandemie leiden.“
Für eine Übergangszeit auf ein Provisorium zu setzen, z. B. auf mobile Stromversorgung, ist für Bauherrin Vossers „kein gangbarer Weg“.

Immerhin: Ein Teil der dringend gebrauchten Unterverteilungen sei inzwischen angeliefert worden und befinde sich derzeit in der Installation. Weitere Komponenten für die zentrale Stromversorgung lassen jedoch weiter auf sich warten.
Auf einen fixen Eröffnungstermin will sich die Arena-Chefin nicht festlegen lassen: „Diese klare Aussage wünschen wir uns alle, und der Projektsteuerer tut alles Mögliche dafür. Allerdings liegen nicht für alle benötigten Materialien verbindliche Liefertermine vor.“ Doch dann folgt ein Satz, der der SVG Mut macht: „Unser aller Ziel ist es, im November das erste Europapokalspiel der SVG in der Arena zu sehen.“