Lüneburg. Eine „dramatische Entwicklung“ nannte Achim Wiese, Sprecher der DLRG, bereits im November die Tatsache, dass Kinder in ganz Deutschland seit Beginn der Pandemie fast keinen Schwimmunterricht mehr erhalten haben, da die Bäder geschlossen waren. Dadurch nehme die Schwimmfertigkeit noch einmal einen gewaltigen Knick nach unten, fürchtete er.

Inzwischen ist noch mehr Zeit vergangen, und die Lage sieht noch schlechter aus. Alexandra Mosbach vom Regionalen Landesamt für Schule und Bildung in Lüneburg bestätigt: „Seit Beginn der Pandemie im März vorigen Jahres haben die Kinder keinen Schwimmunterricht in der Schule bekommen.“ Das betreffe sowohl die 3./4. sowie die 5./6. Klassen, in denen Schwimmen auf dem Lehrplan stehe. Konsequenz: „Die Kinder lernen das Schwimmen nicht oder nicht in ausreichendem Maße.“ Das zöge sich über mehrere Klassenstufen: „Kindern mit bereits vorhandenen Grundfähigkeiten fehlt nun die Übung, um das Erlernte zu festigen, sowohl im schulischen als auch außerschulischen Kontext, da die Bäder geschlossen sind.“

Nicht nur in den Schulen, auch in den Vereinen und bei der DLRG pausiert die Ausbildung der Nichtschwimmer. „Wir haben ebenfalls seit März keine Kurse mehr geben können“, erzählt Klaus Spiller, Vorstandsvorsitzender der DLRG-Ortsgruppe Lüneburg. Es habe ein kurzes Fenster nach den Sommerferien gegeben, das habe man aber nicht genutzt: „Für die Ausbildung von Nichtschwimmern ist am Anfang Körperkontakt notwendig, und das war ja nicht erlaubt.“ Die kurze Phase der geöffneten Freibäder habe nichts gebracht. „Da veranstalten wir auch sonst keine Seepferdchen-Kurse, da das Wasser erfahrungsgemäß für die Fünf- bis Sechsjährigen zu kalt ist.“ Spiller resümiert: „Es fehlt der Schwimmunterricht für einen ganzen Jahrgang. Das sind bei uns rund 120 Kinder, die das Schwimmen im Jahr erlernen.“

Den ganzen Artikel lesen Sie in der aktuellen Lünepost vom Wochenende, 20./21. Februar.