Lüneburg. Schauen Sie sich das Bild von dem Geschäft einmal genauer an: Das kleine Schild über der Eingangstür der geschlossenen Bäckerei weist auf das Jahr 1587 hin, das Baujahr des einstmals prächtigen Stadthauses in der Grapengießerstraße in Lüneburg. Mit seiner maroden Fassade, der abgeblätterten Farbe auf uralten Rahmen und notdürftig mit Brettern vernagelten Fenstern gibt das Gebäude schon lange kein gutes Bild mehr ab in der Fußgängerzone. Seit auch die Nachfolger der Traditionsbäckerei Macht ausgezogen sind, wartet die Immobilie darauf, wieder wachgeküsst zu werden.

Doch das könnte schwierig werden: Denn der Mietpreis ist hoch – und die Nachfrage ist in Zeiten der Coronakrise niedrig. Längerer Leerstand droht. Die früher so stolze Bäckerei ist längst kein Einzelfall im „Kaufhaus Lüneburg“: Filialisten machen dicht, weil Umsätze fehlen und inhabergeführte Geschäfte schließen, weil sich keine Nachfolger finden.

Droht Lüneburg die große Leere? Die Lünepost zeigt in ihrer Ausgabe vom 14. Oktober zahlreiche leerstehende Geschäfte und fragt Heiko Meyer, Vorsitzender der Kaufleute-Vereinigung LCM, wie unsere Innenstadt wohl anders aussehen wird.