Ochtmissen/Frankfurt. Knapp vier Kilometer schwimmen, dann für rund 180 Kilometer aufs Fahrrad und anschließend noch ein Marathon, also gut 42 Kilometer laufen. Das klingt nicht nur anstrengend, sondern ist es auch. Nicht umsonst heißt der Wettkampf „Ironman“. Jana Jennerich (30) hat darin allerdings eine Leidenschaft gefunden.

Am Sonntag, 30. Juni, feierte die Sportlerin des Ochtmisser SV in Frankfurt ihre Ironman-Premiere. Und sie zeigte, dass es nicht nur etwas für eiserne Kerle ist, sondern auch für starke Frauen.

11 Stunden, 14 Minuten und drei Sekunden war die 30-Jährige unterwegs. Und das bei Temperaturen von nur knapp unter 40 Grad. Wenn sie von ihren Eindrücken erzählt, klingt es aber nach einem gemütlichen Spaziergang: „Ich hatte keine Probleme mit dem Wetter, ich finde Hitze toll“, sagt Jana Jennerich, „das Schwimmen war gar kein Problem. Dann kam aber das Radfahren …“ Die Disziplin, die der Vollblut-Sportlerin am wenigsten liegt.

„Ich war unsicher, wie mein Körper auf die 180 Kilometer reagiert. Ich bin anschließend auch ganz langsam abgestiegen, um zu schauen, was mein Körper macht.“

Doch alles fühlte sich gut an, so konnte sie sogar in der Wechselzone schon wieder leicht losjoggen, sich die Schuhe anziehen und auf die Marathonstrecke gehen.

„Ich hätte nicht damit gerechnet, dass es sich insgesamt so viel leichter anfühlt, als ich es erwartet hatte.“ Und so hatte Jana Jennerich auch keine Mühe mit dem Lächeln auf der Zielgeraden, wo unzählige Zuschauer zum Abklatschen bereitstanden. „Dieser Zieleinlauf war natürlich phänomenal. Da fühlt man sich wie ein Star. So etwas kannte ich von vorigen Triathlon-Wettbewerben ja nicht“, erinnert sich die 30-Jährige.

Bereits im Alter von drei Jahren beginnt Jana Jennerich mit dem Schwimmen. „Das habe ich etwa 16 Jahre lang gemacht“, erzählt die Sportlerin, „später habe ich auch das Laufen für mich entdeckt.“ Doch ihr habe der Wettkampfcharakter gefehlt. Und so entschloss sie sich, aufs Fahrrad zu steigen und es mit dem Triathlon zu versuchen. „Meinen ersten Triathlon habe ich dann bei über 40 Grad gemeistert“, weiß sie noch. Kein Wunder, dass ihr die „nur“ knapp 39 Grad in Frankfurt nicht viel ausmachten.

Zum Ochtmisser SV ist Jana Jennerich über ihren Freund gekommen: „Seine Eltern sind beim OSV engagiert und da fand er die Idee gut, dass ich auch Mitglied dort werden könnte.“ So kam es, dass Jana Jennerich heute das Ochtmisser Wappen über die Ironman-Strecke trägt.

Die ganze Geschichte steht in der gedruckten Ausgabe der LÜNEPOST vom 6./7. Juli 2019.