Viel Asphalt für nichts?

Bleibt der Brummi-Verkehr? Eigentlich wird die A 39 von Lüneburg nach Wolfsburg geplant, um die Laster von den Straßen wie hier in Melbeck zu holen. Doch diese Strecken könnten dann für Mautflüchtlinge interessant sein. Foto: be

Melbeck. „Es ist jetzt zwanzig Jahre her, dass wir die ersten Striche auf dem Papier gemacht haben“, erinnert sich Melbecks Bürgermeister Klaus Hübner (CDU), „wer weiß, wann die Autobahn 39 tatsächlich fertig ist!?“ Gemeint ist das Stück zwischen Lüneburg und Wolfsburg, das fast parallel zur jetzigen Bundesstraße 4 verlaufen soll. Aktuell werden Bauabschnitt für Bauabschnitt die Planungen begonnen.

Doch was, wenn all diese Überlegungen und vor allem Kosten am Ende umsonst waren?

Die Grünen im niedersächsischen Landtag wollen weiterhin den Bau der A 39 verhindern. Ihr Verkehrssprecher, der Amelinghausener Detlev Schulz-Hendel, bringt dafür ein neues Argument in die Diskussion: „Ziel der Autobahn ist, vor allem den Lkw-Verkehr von der B 4 auf die A 39 zu verlagern. Da die heutige Bundesstraße dann aber zu einer Landesstraße herabgestuft wird, bleibt sie mautfrei – und damit eine ideale Ausweichstrecke für alle Mautflüchtlinge.“

Was der Politiker damit meint: Jetzt wird viel Geld in eine Autobahn gesteckt, die die Laster später nicht nutzen, weil es eine kostenfreie, parallele Alternative gibt.

Damit bliebe in Melbeck alles beim Alten – auch der Verkehrslärm. Also viel Asphalt für nichts? Für Hübner ist das unwahrscheinlich. Die LP hörte sich die Standpunkte an. Antworten gibt’s in der Ausgabe vom 10. Januar 2018.